In den Dschungel aus dem Dschungel

Ich liege gerade im Bett, der Rucksack ist bereits proppevoll gepackt für unseren Trek morgen früh in der Cordillera Blanca. Die Anne sitzt draußen mit Hagai, einem Isreali aus unserem Guesthouse und spielt “Shesh Besh”. Julia, mit der wir schon seit geraumer Zeit gemeinsam reisen, hat sich mit Durchfall und Kotzeritis in ihr Zimmer zurückgezogen. Wir hoffe alle, dass sie morgen wieder fit ist, wenn es für fünf Tage in die Berge geht. Wir haben uns Zelt, Schlafsack und Kochgeschirr ausgeliehen und den Markt nach leckerem Essen durchstöbert.
Der Rucksack wird endlich mal seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt und wird zum ersten mal mit Isomatte und Zelt beladen.

Das Ziel des Ausflugs ist der Huascarán-Nationalpark. Von unserem Zimmer aus können wir schon seit Tagen das eindrucksvolle Panorama bewundern. Über 25 5000er liegen hier in unmittelbarer Nähe und die starke Vergletscherung macht daraus ein eindrucksvolles Bild. Wir werden den Gebirgszug einmal durchqueren und über einen 4800m hohen Pass auf der anderen Seite wieder ins Tal stoßen.
Wirklich voll im Training würde ich meine Verfassung zwar nicht nennen, aber ich bin doch zuversichtlich, dass wir die fünf Tage gut überstehen werden (solange uns kein Durchfall oder eine nette Malaria daran hindert)

Unsere letzte Tour in einem Nationalpark ist noch gar nicht lange her. Im Norden Perus sind wir ins Amazonasgebiet gefahren, um dort den Dschungel in seiner eigentlichen Art kennenzulernen. Wir waren zuvor zwar schon in Dschungelgebieten, in Guetemala, Laos oder bei mir in Kambodscha, aber die Artenvielfalt der Flora und Fauna war in Peru von einer uns unbekannten Qualität.
Vögel ohne Ende, Schmetterlinge unterschiedlichster Größe, Delphine, Riesenotter, Schlangen, Spinnen (in meinen Augen ein wenig zu viele), Krokodile und Piranhas durften wir hautnah erleben. Besonders das Wasser des Flusses, auf dem wir für vier Tage in zwei kleinen Einbäumen reisten war so voller Leben, wie ich es nie zuvor erlebt habe.
Und doch waren die Hemmungen gering gegen Abend in den braun schimmernden Fluss zu steigen, um sich ein wenig zu waschen, denn die goldene Regel tierischen Verhaltens: “90% aller Lebewesen laufen vor dir davon” traf auf die im Wasser lebenden Exemplare hinreichend zu.
Unerträglich dagegen war die Luft, besonders in den Abendstunden. Moskitos und mindestens zwei Dutzend weiterer stich- und beißwilliger Arten ließen auch trotz verschiedenster Repellent-Produkte nicht von uns ab. Unsere Guides erduldeten diese subtile Folter komplett ohne Schutzmittel meist auch noch in kurzer Hose und freiem Oberkörper. Es muss sich dabei um irgendeine kindliche Art der Selbstgeißelung handeln, anders ist dieses unvernünftige Verhalten nicht zu erklären. (Und ja, es gibt einen Unterschied zwischen fünf und fünfundzwanzig Stichen am Körper!!)

Auf den Bildern die ich angehängt habe, ist aber noch viel mehr zu sehen. Der Besuch eines Marktes in Chachapoyas, ebenfalls im Norden von Peru und der Trip zu den Gokta-Wasserfällen nahe Chachapoyas.
Ich hoffe bald möglichst nach unserem morgigen Trip Bilder einstellen zu können.

Posted in Vorbereitungen 7 years, 2 months ago at 03:28.

1 comment

One Reply

  1. Ola ihr zwei, hab ja schon lang nichts mehr hier geschrieben, aber die hochgeladenen bilder sind mal wieder ein wunderbarer anlass. besonders angetan hat es mir das bild, welches eine psychologische fallstudie zum thema “Kindheitstrauma leicht gemacht oder der Tag an dem ich Vegetarier wurde” nicht besser festhalten könnte und das bild das den uralten lepra-witz “ich hab ein auge auf sie geworfen” etwas greifbarer macht. :) Hach ja, freu mich schon auf die Foto-Abende. Fangt euch nichts ein und stürzt nicht ab.
    Gruß


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