Blick von Tokio auf Singapore

Mit “tollem” Blick auf Terminal 2 des Flughafen in Tokio bleIben mir noch knapp 90min bis zum meinem elfstuendigen Weiterflug nach Dallas. Genug Zeit fuer ein kurzes Resuemee:
Singapore haben wir zwar nur einen sehr kurzen Besuch abgestattet (den Uebernachtungspreise von 10 Euro und mehr pro Nacht sei Dank) und doch wage ich mich ob meiner Beobachtungen und eines kurzen aber interessanten Gespraechs mit drei indischen Managern (von denen zwei ihr Heimatland bis heute nicht besucht haben) ein Fazit abzugeben. Singapore ist sauber, teuer und mit allen Fasern dem Kommerz verpflichtet. Die Kriminalitaetsrate ist unglaublich gering und doch erinnert an fast jeder Bushaltestelle eine grossformatiges Plakat daran wachsam zu sein und jedes auffaellige Verhalten direkt an die Behoerden zu melden. Ueberhaupt ist die Stadt gepflastert mit Hinweis-und Verbotsschildern. Im Bus wird man hoeflich (und unuebersehbar deutlich) darauf hingewiesen Alten und Kranken seinen Sitzplatz anzubieten, an jeder Kreuzung erinnert ein Schild an die Benutzung der Ampel und Rauchverbotsschilder habe ich mehr gezeahlt als Verkehrsschilder. Damit die ganzen Regeln auch brav eingehalten werden, vertraut die autokratische Regierung (die seltsamerweise trotz “demokratischer” Strukturen im Land seit 50 Jahren an der Macht ist) auf Bussgelder (250 Euro, wenn im Zug verbotenerweise getrunken wird, 2500 wenn man raucht) und Ueberwachungskameras. Meist werden gleich fuenf oder sechs Stueck gemeinsam aufgehaengt, was dann an schoene “Ueberwachungsblumen” erinnert.
Auf Drogenbesitz schon geringer Mengen steht die Todesstrafe, die aber laut meiner Gespraechspartner “schon” seit zwei Jahren nicht mehr zur Anwendung kam. Wenn das mal kein eineutiges Zeichen fuer eine liberale Wende darstellt :D

Innerhalb der Stadt herrscht penible Ordnung und das Stadtbild wird von teuren Cafes, parkgesaeumten Restaurants und glaesernen Buerotuermen gepraegt. Laut meinen indischen Freuden (die uns netterweise auf ein 6 Euro teures Bier eingeladen hatte) besteht das Leben eines aufstrebenden Singapurianers aus Lernen, Studieren, Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten und Shopping. So hat einer der drei nach dem Bier seinen Sohn um halb neun von der Schule abgeholt. Auch regierungsgesponserte Werbeplakate erinnert daran, dass dass den lieben Kleinen doch bitte eine ganztaegige Betreung und fruehe Karrierefoerderung angetan werden sollte, um in der wettbewerbsgetriebenen Wirklichkeite gut dazustehen. (Den selben Ton nahmen dann auch einige Werbebotschaften auf Unternehensseite an)

Dass die Ueberwachungs- und Ordnungsmanie der Regierung vor allem bei der jungen Bevoelkerung auf geringe Gegenliebe stoesst, macht ein schoenes Beispiel deutlich. An einem Platz direkt in der Innenstadt, der mit Schilderbotschaften wie: “Don’t litter” und “don’t smoke” gepflastert war, taten die herumlungernden Jugendlichen genau dies. Jedoch nicht ohne beim fast schon revolutionaeren Akt des Kippe-Wegschnippens einen pruefenden Blick ueber die Schulter zu werfen…

So bin ich froh diesem Wahnsinn (anders kann ich es nicht beschreiben) entkommen zu sein und morgen im versifften Guatemala anzukommen. Gaenzlich ohne Zwischenfall habe ich meinen Besuch in Singapore leider doch nicht abschliessen duerfen. So hatte ich schon bei der Einreise Kontakt mit den Behoerden. Meine extra aus Malaysia fuer Lateinamerika gekaufte Machete mit solidem Holzgriff wurde mir leider aus dem Gepaeck gefischt. Diese stellt naemlich nach Singapurianischer Logik eine Waffe dar, die nicht ins Land eingefuehrt werden darf. Ich frage mich nur, mit was die Menschen dort ihre Kokusnuesse oeffnen. Ohne ein grosses Messer ist das naemlich eine abendfuellende Beschaeftigung…

Posted in SOA 7 years, 3 months ago at 10:46.

1 comment

One Reply

  1. mOjulah Singapura Mrz 3rd 2010

    Nadasisjatollda…ach btw, sind Kokusnüsse nicht eh Dosenfrüchte?


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