Das war Laos

Nach ein paar letzten exzessiven Tagen in Vang Vieng waren wir beide am Ende froh den Ort zu verlassen. Nicht aber dass es uns nicht gefallen hätte. Das Tubing war ein großer Spaß. An wirklich malerischer Landschaft vorbei dümpelten wir in unseren überdimensionierten Baderingen den Fluss herunter, nachdem wir vorher mit einem TukTuk die drei Kilometer den Fluss hinaufgefahren worden sind. Schon die ersten 30 Flussmeter waren vollgepackt mit kleinen Bambusbars deren übertrieben laute und qualitativ gruselige Musik sich gegenseitig zu übertönen versuchte. An einigen Bars waren waghalsige Holzkonstruktionen zu finden, von denen aus man sich aus ca 10m Höhe an einem Seil schwingend in die Fluten stürzen konnte. (Selbst eine gekachelte Rutsche haben wir entdeckt) Natürlich waren wir vernünftig und haben die meisten der “free whiskey shots” (alias Lao Lao, dem berüchtigten Reischnaps) der vielen Bars ausgeschlagen. Die Tatsache aber dass ich nicht wenige Flussreisende nackt die beschriebene Seilaktion habe begehen sehen, zeigt dass nicht alle in der Lage waren die Alkgeschenke auszuschlagen. Leider haben wir den Tag (mal wieder) zu spät gestartet und mussten die Flussreise schon nach einem von drei Kilometern wegen der einbrechenden Dämmerung abbrechen. Vielleicht auch besser so…

Der ganze Ort war eine seltsame Touri-Enclave mitten in einem Land, indem man eben diese überhaupt nicht erwarten würde. Der billige Alkohol und die überall verfügbaren “Mushroom-Shakes” führten spätestens ab 24.00 Uhr zu äußerst seltsamen Begegnungen mit total fertigen Leuten. Die besten davon auf der äußerst wackeligen Bambusbrücke die Vang Vieng mit der “Partyinsel” auf dem Fluss verband. Mit Worten kann man die ganzen Skurrilitäten nicht beschreiben, aber lustig waren sie alle. Vielleicht komme ich nochmal zurück und dreh nen Film. Wird gut. Das kann ich jetzt schon sagen =)

Neben der Party ist Vang Vieng außerdem mit einer beeindrucken Landschaft gesegnet. Riesige Kalksteinformationen säumen den Fluss der durch die Stadt verläuft. Im Hinterland findet man Dörfer und jede Menge Höhlen inklusive Süßwasserpools zum schwimmen. Trekken, Klettern und Kanufahren sind außerdem im Aktivitätsprogramm der Touranbieter enthalten. Wir haben uns das Geld aber gespart und sind gemeinsam mit Wilhelm und Sonja, mit denen wir den kompletten Laos Trip unternommen haben abgereist. Unsere letzte Destination Vientiane war nicht besonders aufregend. Dreckiger, lauter und vor allem teurer als der Rest ist die Stadt wohl die typische asiatische Hauptstadt.

Zum Abschluss meine Liste der Dinge, die Laos ausmachen:

1. Berge, Hügel, Serpentinen (Bis auf den krass zu heissen Süden)
2. Kinder wohin man blickt (jede Familie schient mindestens fünf zu haben/ und die dann irgendwie nochmal fünf…)
3. Jumbos (Pick-Up Trucks mit zwei parallel ausgerichteten Sitzbänken. Die Kapazitätsbegrenzung von ca 8 Leuten habe ich auch schon verdoppelt gesehen)
4. Baguettes mit fett Majo (besser, günstiger – 0.80€ und vor allem größer als jedes Footlong von Subways)
5. Freundlichkeit (Habe noch in keinem Land mehr “Hallo/Sabbai Dee’s” verteilt bekommen)
6. Mädels die mit Sonnenschirm in der einen und Handys in der andere mit ihren Rollern durch die Gegend fahren
7. “Whitening-Versprechen” auf jedem Kosmetikprodukt. Ne Bodylotion ohne ist leider nicht zu finden. (Zeigt eindeutig, dass die Menschen sich in Fragen Schönheit nicht all zu sehr unterscheiden)
8. Beerlao (Das einzige und nicht besonders gute Bier im Land – Von ein paar Importen abgesehen. Die Brauerei sposnert dabei konsequent jedes Guesthouse- und Restaurantschild. Schaut lustig aus ist jedoch nicht sonderlich abwechslungsreich.

Posted in SOA 7 years, 4 months ago at 15:24.

6 comments

6 Replies

  1. simply beautiful…das beste Foto-Motiv schnappt sich natürlich wieder mal das unbefangene Kind. Laos scheint sehr schön zu sein.

  2. hendrik Feb 14th 2010

    Danke für die Bilder. Annes Macbook hat gerade ein neues Hintergrundbild bekommen – Nebel über dem Fluss :)

    Viel Spass euch vieren noch.

  3. Wunderschöne Photos, die gar nicht so recht in unsere tief verschneite Landschaft passen wollen. Aber ich träume mich einfach auch dorthin- fällt mir jetzt bei meiner Zwangspause in der Reha auch relativ leicht. Mein Bein macht Fortschritte, ich bin optimistisch bald wieder ohne Handlauf Treppen gehen zu können. Ganz liebe Grüße nach Südostasien von Dagi + Papa

  4. Frankfurter Bub Feb 14th 2010

    Danke für die sonnigen Bilder :) Schön zu lesen und zu sehen, dass es auf dieser Welt noch Menschen gibt, die trotz Verzicht genießen und kritisch Hinterfragen!

    Keep on rolling…

  5. stebbo Feb 15th 2010

    bild nummer 0813 zieht mich magisch in den computer rein…oh mann, diese farben!

  6. Heute mal nur Tobi Feb 15th 2010

    Oje Jürgen!
    Was is denn passiert? Reha klingt nicht grade beruhigend…Bein noch dran? Alles gut?
    LG Tobi


Leave a Reply