Archivbeiträge für den Freitag, Februar 26th, 2010.

Tauchkurs in Thailand und Malaysias Ostküste

Viel Küste habe ich gesehen die letzten Wochen. Das Wetter ist einfacher angenehmer als im Inland mit einer leichten Brise, die einem ständig umweht. Unsere letzten Stationen waren Koh Tao an Thailands Ostküste und nun Malaysia, wo wir ebenfalls die Ostküste heruntergetravelt sind.

Unser Tauchkurs auf Koh Tao war äußerst spannend und hat mich mit seinem Theorieteil wieder an die guten alten Unizeiten erinnert, die ich hier schon fast vergessen hatte. (Auch wenn der Anspruch der ganzen Angelegenheit eher an eine sehr abgespeckte Führerscheinprüfung erinnert hat) Wir sind in einer kleinen Tauschule an der Ostküste der Insel (Verdammt, das mit dem Osten die ganze Zeit scheint kein Zufall zu sein oO) untergekommen, wo wir ein sehr geräumiges “Chalet” (DAS Synonym für alle Unterkünfte hier in Malaysia vom mickrigen Holzbungalow bis hin zu schicken Apartments) bezogen haben. Leider mussten wir uns selbiges mit mehreren Geckos – kein Ding – und einigen Riesenspinnen – schon weniger toll -_- teilen. Anne hat jeden Abend den starken Mann markiert und hat mit einem dünnen Stöckchen bewaffnet mutig das Badezimmer gesäubert.
Das Tauchen selbst ist äußerst strange und nur schwer zu beschreiben. Nach ersten Gehversuchen im hauseigenen Pool ging es am zweiten Tag ins Meer. Wenn man sich der störenden Gedanken daran, dass man leider in 20m Tiefe nicht einfach mal so an die Oberfläche kommt, entledigen kann, ist die Vielfalt unter Wasser sehr zu genießen. Vor allem die komplette Geräuschlosigkeit (vom den eigenen Atemzügen, die man übertrieben laut zu hören bekommt, abgesehen) lässt die Welt unter Wasser so unterschiedlich erscheinen. Außerdem fühlt man sich vollkommen schwerelos und kann sich mit ein wenig Übung mehr oder weniger anstrengungslos in allen drei Dimensionen bewegen. Dass dies über Wasser nicht möglich ist, wird einem beim Versuch mit der nicht gerade leichten Ausrüstung zurück ins Boot zu steigen dafür umso deutlicher bewusst.
Nach sechs Tagen Strand, Tauchen und guten Gesprächen mit einer Gruppe Bremer und einem 25 jährigen Münchner Bierbrauer (endlich kenne ich den Unterschied zwischen ober- und untergärigem Bier – glaube ich zu mindestens) ging es dann wieder runter von der Insel und mit dem Zug Richtung Malaysia.

Da Insel nie schlecht sind – außer es regnet – haben wir uns gleich zur nächsten aufgemacht. Doch zuerst hatten wir zwei Tage in Malaysia, das sich vom Rest Asiens doch recht deutlich unterscheidet. Schuld ist wohl der Islam, der hier in Form von zahlreichen – jedoch meist recht schmucklosen – Moscheen und kopftuchtragenden Frauen zu Tage tritt. Auch die arabische Schrift ist hier wieder zu Hause, was mich sehr an Bali erinnerte. Man denkt: Ach schön, alles sieht vertrat aus. Das Restaurant Menü und der Busplan. Doch wenn man versucht gänzlich unterbewusst die Worte zu entziffern, versteht man doch meist genauso viel wie sonst auch. Nicht viel nämlich. Und doch scheint mir Malay wesentlich eingängiger zu sein, als beispielsweise Laotisch oder Thai. Die ganzen bedeutungsgebenden Tonhöhenunterschiede fallen weg. (So gibt es in China neun verschiedene Arten ein und das selbe Wort auszusprechen oO) Man spricht hier meist so, wie man liest.

Auffällig waren auch die ganzen heimischen Automarken und ein genereller Trend zum “Tuning”. So findet man selbst in kleinen Käffern oftmals aufgepimpte Kleinwagen mit Monsterheckspoilern und glitzernden Rims. Nach einer Unterhaltung gestern Abend aber weiß ich jetzt, dass das Land doch keine eigene Autoindustrie besitzt. Vielmehr werden Fertigteile verschiedenster Hersteller zusammengekauft und dann zu einem “Proton” zusammengebastelt.
Auch die Tierwelt ist reicher als sonstwo bislang auf meiner Reise. So waren auf den Perhentian Islands sog. Water Monitor Lizards heimisch. Riesenwarane, die bis zu drei Meter groß werden können und sich scheinbar auf Müllkippen und am Abwasser zu Hause fühlen. (Wir haben ein netter Video von einem Exemplar gemacht, mal sehen ob ich bei Gelegenheit was zusammenstellen kann) Auch die “berühmte” Zibetkatze haben wir gestern Nacht zu Gesicht bekommen. Sie erinnerte mich mehr an einen Waschbär mit guten Kletterkünsten (Wir haben das Vieh beim Entlanghangeln einer Stromleitung beobachten dürfen) aber Won, ein Local hier aus dem Dorf hat uns aufgeklärt. Auch meine erste Schlange habe ich hier gesichtet. Die Hauskatze unserer Guesthouse-Besitzerin hat mit ihr gespielt und ist dabei beinahe draufgegangen (Soll sich um eine giftige Baumschlange gehandelt haben). Mo hätte das sicher keinen Spaß gemacht =)

Unsere nächste Station wird Singapore sein, von wo aus wir uns Richtung Guatemala aufmachen werden. Damit ist meine Asienreise leider schon wieder fast beendet und zugleich auch das wahre Budgetraveln mit spottbilligen Unterkünften, leckeren Fruchtsäften und seeeeehr gutem Essen. Wir dürfen uns wohl auf etwas einseitigere Kost einstellen…

Posted 7 years, 9 months ago at 13:25.

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