Archivbeiträge für den Donnerstag, Februar 4th, 2010.

Lao Loa

Vier Stationen liegen bereits wieder zwischen diesem und dem letzten Eintrag. Man muss wohl meine Faulheit und die miese laotische Internetverfügbarkeit dafür verantwortlich machen. Wir sind zuletzt in Vang Vieng gelandet. Einem kleinen Städtchen umgeben von 1200 Meter hohen Kalksteinformationen und einem Fluss, an dem sich die Attraktion dieser Location abspielt. Tubing.

Doch von vorne. Wir haben Chiang Mai am 26.01 Richtung Grenze verlassen. Pünktlich zum Ablauf meines Visums haben wir am nächsten Morgen den Mekong überquert und Laos betreten. Die Unterschiede zwischen Thailand und Laos fielen sofort ins Auge. Werbetafeln und Supermärkte sind verschwunden. Ebenfalls die Horden von Toyotas auf breiten Highways und die gleichförmigen Städte an denen man vorbeifährt. Eine zweispurige Straße habe ich bislang noch nicht einmal gesehen hier (dafür genug Straßen die ihren Namen eigentlich nicht verdienen). Es erinnert mich sehr an Indien, auch wenn der Vergleich natürlich nicht der beste ist. Die Landschaft ist im gesamten Norden geprägt von bewaldeten Bergen (auch wenn die Entwaldung in manchen Gebieten schon sehr weit fortgeschritten ist) zwischen denen sich kleine Siedlungen entlang der Straße befinden. Provinzhauptstädte wie Luang Namtha, welches unser erstes Ziel war, sind dabei nicht viel größer. 30.000 Menschen wohnen hier in einer der größten Städte des Landes. Mehr als zweistöckige Häuser gibt es nicht und selbst auf den Straßen ist kaum Verkehr.

Im Bus haben wir zwei Holländer getroffen, mit denen wir noch jetzt zusammen reisen. Gemeinsam wurden Motobikes ausgeliehen und wir haben die laotischen Dörfer in der Umgebung Luang Namthas erkundet. Strom, Wasser und Satschüsseln sind der einzige Luxus, den man in einem typischen Dorf antreffen wird. Geschlafen wird in einfachen Hütten und alle Tiere laufen mal wieder frei in der Gegend herum, wo sie dann auch meist an Ort und Stelle geschlachtet werden, sollte Bedarf bestehen. Habe ein paar schöne Fotos gemacht =) Am nächsten Tag haben wir uns für einen zweitägigen Dschungeltrekk angemeldet. Zusammen mit drei Koreanerinnen und zwei Israelis sind wir ca. 15km nördlich der Stadt gestartet. Die Landschaft gab den Verlauf unseres Trekks vor. Hoch und runter. Die ganze Zeit. Begonnen wurde in einer der vielen Rubberplantations, für welche der Wald hier in vielen Gebieten Platz machen muss. Unser Ziel war ein Wasserfall im Dschungel, den wir am Nachmittag erreichten. Wir verbrachten die Nacht in einer Hütte direkt am Wasser, ermüdet vom Lauf und zu viel Lao Lao (50% Reisschnaps den man hier für einen Euro den Liter bekommt). Sind in der Nacht nochmal an den Wasserfall gegangen und haben den Dschungel im schönsten Mondschein mit ganz vielen Glühwürmchen betrachten können. Das Essen wurde stilecht von Bananenblättern mit den Händen verköstigt. Im Gegensatz zu Thailand essen die Laoten sog. Stickyrice, den man zu kleinen Bällchen rollt und zu Suppen und warmem Gemüse isst.

Unsere Nächste Station war Luang Prabang, eine malerische Stadt am Mekong der man ihre französische Kolonialgeschichte noch sehr schön ansehen konnte. Überall befanden sich kleine Häuser mit Fensterläden und hölzernen Balkonen von denen man auf den Fluss blicken konnte. Auch europäische Baguettes konnten man überall für wenig Geld kaufen. (Es geht nichts über ein Tuna-Egg-Sandwich mit viiiiiel Majo) Motobikes waren hier leider unbezahlbar (17$ statt fünf, wie ÜBERALL sonst. Kein Plan warum) so dass wir uns mit TukkTukks fortbewegen mussten. Das Highlight war der Besuch mehrerer großer Wasserfälle, die perfekte natürliche Swimmingpools über mehrere Stufen bildeten. Das Wasser war zwar saukalt, aber durch den sandigen Boden türkisgrün. Man kann die Szenerie nur schwer beschreiben. Man stelle sich aber die perfekte Wasserfalllandschaft vor, die sich über mehrere hundert Meter Länge und 40 Meter Höhe erstreckt. (So im Centerparks-Stile, nur natürlich und wesentlich kälter) Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei…

Nun sind wir wie gesagt in Vang Vieng. Die Stadt hat nicht viel vom übrigen Laos und wirkt eher wie eine künstliche Welt, die nicht so Recht ins Gesamtbild passen will (Erinnert mich an Goa/Indien). Alles hier ist auf die Bedürfnisse westlicher Backpacker ausgerichtet, die billig trinken und Party machen wollen. Unser Besuch der “Bucket-Bar”, in der Wiskey-Cola und Konsorten in kleinen Eimerchen (die Teile ausm Sandkasten) für unter einen Euro serviert werden, machte das überdeutlich. Mehr oder weniger miese Technomusik aus übergroßen Boxen beschallt eine Menge betrunkener twentysomethings. Das macht tierisch Spaß (den man am nächsten Morgen schwer bereut) hat aber nicht mehr viel mit dem Land zu tun, in der die Party stattfindet. Für ein paar Tage ist die Sache aber Ok.

Die Krönung des ganzen ist neben den unzähligen Bars, in denen alle Staffeln der Serie “Friends” im Endlosmodus vor bekifften Backpackern ablaufen das Tubing. Hier lässt man sich im Schlauch eines großen Traktorreifens langsam den Fluss heruntertreiben und hält alle paar hundert Meter an einer der vielen Bars am Ufer an und trinkt die schon erwähten Buckets, bevor es auf gleicher Weise weiter den Fluss herunter geht. Noch haben wir all das nicht ausprobiert, aber es soll wohl Spaß machen.

Den heutigen Tag verbringen wir verkatert in einer Bar und schauen DVDs. Auch nicht schlecht und bei der Hitze draußen fast die einzige Alternative. Wir hoffe euch allen geht es gut (hiermit gute Besserung an Dagmar) und der Winter verlässt euch langsam. Wir haben noch knapp vier Wochen in SOA bevor es Richtung Osten geht. Wir werden sie genießen, das ist mal sicher =) Dicker Schmatzer von mir (Anne)

Posted 7 years, 8 months ago at 10:20.

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