Archivbeiträge für Februar, 2010.

Tauchkurs in Thailand und Malaysias Ostküste

Viel Küste habe ich gesehen die letzten Wochen. Das Wetter ist einfacher angenehmer als im Inland mit einer leichten Brise, die einem ständig umweht. Unsere letzten Stationen waren Koh Tao an Thailands Ostküste und nun Malaysia, wo wir ebenfalls die Ostküste heruntergetravelt sind.

Unser Tauchkurs auf Koh Tao war äußerst spannend und hat mich mit seinem Theorieteil wieder an die guten alten Unizeiten erinnert, die ich hier schon fast vergessen hatte. (Auch wenn der Anspruch der ganzen Angelegenheit eher an eine sehr abgespeckte Führerscheinprüfung erinnert hat) Wir sind in einer kleinen Tauschule an der Ostküste der Insel (Verdammt, das mit dem Osten die ganze Zeit scheint kein Zufall zu sein oO) untergekommen, wo wir ein sehr geräumiges “Chalet” (DAS Synonym für alle Unterkünfte hier in Malaysia vom mickrigen Holzbungalow bis hin zu schicken Apartments) bezogen haben. Leider mussten wir uns selbiges mit mehreren Geckos – kein Ding – und einigen Riesenspinnen – schon weniger toll -_- teilen. Anne hat jeden Abend den starken Mann markiert und hat mit einem dünnen Stöckchen bewaffnet mutig das Badezimmer gesäubert.
Das Tauchen selbst ist äußerst strange und nur schwer zu beschreiben. Nach ersten Gehversuchen im hauseigenen Pool ging es am zweiten Tag ins Meer. Wenn man sich der störenden Gedanken daran, dass man leider in 20m Tiefe nicht einfach mal so an die Oberfläche kommt, entledigen kann, ist die Vielfalt unter Wasser sehr zu genießen. Vor allem die komplette Geräuschlosigkeit (vom den eigenen Atemzügen, die man übertrieben laut zu hören bekommt, abgesehen) lässt die Welt unter Wasser so unterschiedlich erscheinen. Außerdem fühlt man sich vollkommen schwerelos und kann sich mit ein wenig Übung mehr oder weniger anstrengungslos in allen drei Dimensionen bewegen. Dass dies über Wasser nicht möglich ist, wird einem beim Versuch mit der nicht gerade leichten Ausrüstung zurück ins Boot zu steigen dafür umso deutlicher bewusst.
Nach sechs Tagen Strand, Tauchen und guten Gesprächen mit einer Gruppe Bremer und einem 25 jährigen Münchner Bierbrauer (endlich kenne ich den Unterschied zwischen ober- und untergärigem Bier – glaube ich zu mindestens) ging es dann wieder runter von der Insel und mit dem Zug Richtung Malaysia.

Da Insel nie schlecht sind – außer es regnet – haben wir uns gleich zur nächsten aufgemacht. Doch zuerst hatten wir zwei Tage in Malaysia, das sich vom Rest Asiens doch recht deutlich unterscheidet. Schuld ist wohl der Islam, der hier in Form von zahlreichen – jedoch meist recht schmucklosen – Moscheen und kopftuchtragenden Frauen zu Tage tritt. Auch die arabische Schrift ist hier wieder zu Hause, was mich sehr an Bali erinnerte. Man denkt: Ach schön, alles sieht vertrat aus. Das Restaurant Menü und der Busplan. Doch wenn man versucht gänzlich unterbewusst die Worte zu entziffern, versteht man doch meist genauso viel wie sonst auch. Nicht viel nämlich. Und doch scheint mir Malay wesentlich eingängiger zu sein, als beispielsweise Laotisch oder Thai. Die ganzen bedeutungsgebenden Tonhöhenunterschiede fallen weg. (So gibt es in China neun verschiedene Arten ein und das selbe Wort auszusprechen oO) Man spricht hier meist so, wie man liest.

Auffällig waren auch die ganzen heimischen Automarken und ein genereller Trend zum “Tuning”. So findet man selbst in kleinen Käffern oftmals aufgepimpte Kleinwagen mit Monsterheckspoilern und glitzernden Rims. Nach einer Unterhaltung gestern Abend aber weiß ich jetzt, dass das Land doch keine eigene Autoindustrie besitzt. Vielmehr werden Fertigteile verschiedenster Hersteller zusammengekauft und dann zu einem “Proton” zusammengebastelt.
Auch die Tierwelt ist reicher als sonstwo bislang auf meiner Reise. So waren auf den Perhentian Islands sog. Water Monitor Lizards heimisch. Riesenwarane, die bis zu drei Meter groß werden können und sich scheinbar auf Müllkippen und am Abwasser zu Hause fühlen. (Wir haben ein netter Video von einem Exemplar gemacht, mal sehen ob ich bei Gelegenheit was zusammenstellen kann) Auch die “berühmte” Zibetkatze haben wir gestern Nacht zu Gesicht bekommen. Sie erinnerte mich mehr an einen Waschbär mit guten Kletterkünsten (Wir haben das Vieh beim Entlanghangeln einer Stromleitung beobachten dürfen) aber Won, ein Local hier aus dem Dorf hat uns aufgeklärt. Auch meine erste Schlange habe ich hier gesichtet. Die Hauskatze unserer Guesthouse-Besitzerin hat mit ihr gespielt und ist dabei beinahe draufgegangen (Soll sich um eine giftige Baumschlange gehandelt haben). Mo hätte das sicher keinen Spaß gemacht =)

Unsere nächste Station wird Singapore sein, von wo aus wir uns Richtung Guatemala aufmachen werden. Damit ist meine Asienreise leider schon wieder fast beendet und zugleich auch das wahre Budgetraveln mit spottbilligen Unterkünften, leckeren Fruchtsäften und seeeeehr gutem Essen. Wir dürfen uns wohl auf etwas einseitigere Kost einstellen…

Posted 7 years, 5 months ago at 13:25.

1 comment

Das war Laos

Nach ein paar letzten exzessiven Tagen in Vang Vieng waren wir beide am Ende froh den Ort zu verlassen. Nicht aber dass es uns nicht gefallen hätte. Das Tubing war ein großer Spaß. An wirklich malerischer Landschaft vorbei dümpelten wir in unseren überdimensionierten Baderingen den Fluss herunter, nachdem wir vorher mit einem TukTuk die drei Kilometer den Fluss hinaufgefahren worden sind. Schon die ersten 30 Flussmeter waren vollgepackt mit kleinen Bambusbars deren übertrieben laute und qualitativ gruselige Musik sich gegenseitig zu übertönen versuchte. An einigen Bars waren waghalsige Holzkonstruktionen zu finden, von denen aus man sich aus ca 10m Höhe an einem Seil schwingend in die Fluten stürzen konnte. (Selbst eine gekachelte Rutsche haben wir entdeckt) Natürlich waren wir vernünftig und haben die meisten der “free whiskey shots” (alias Lao Lao, dem berüchtigten Reischnaps) der vielen Bars ausgeschlagen. Die Tatsache aber dass ich nicht wenige Flussreisende nackt die beschriebene Seilaktion habe begehen sehen, zeigt dass nicht alle in der Lage waren die Alkgeschenke auszuschlagen. Leider haben wir den Tag (mal wieder) zu spät gestartet und mussten die Flussreise schon nach einem von drei Kilometern wegen der einbrechenden Dämmerung abbrechen. Vielleicht auch besser so…

Der ganze Ort war eine seltsame Touri-Enclave mitten in einem Land, indem man eben diese überhaupt nicht erwarten würde. Der billige Alkohol und die überall verfügbaren “Mushroom-Shakes” führten spätestens ab 24.00 Uhr zu äußerst seltsamen Begegnungen mit total fertigen Leuten. Die besten davon auf der äußerst wackeligen Bambusbrücke die Vang Vieng mit der “Partyinsel” auf dem Fluss verband. Mit Worten kann man die ganzen Skurrilitäten nicht beschreiben, aber lustig waren sie alle. Vielleicht komme ich nochmal zurück und dreh nen Film. Wird gut. Das kann ich jetzt schon sagen =)

Neben der Party ist Vang Vieng außerdem mit einer beeindrucken Landschaft gesegnet. Riesige Kalksteinformationen säumen den Fluss der durch die Stadt verläuft. Im Hinterland findet man Dörfer und jede Menge Höhlen inklusive Süßwasserpools zum schwimmen. Trekken, Klettern und Kanufahren sind außerdem im Aktivitätsprogramm der Touranbieter enthalten. Wir haben uns das Geld aber gespart und sind gemeinsam mit Wilhelm und Sonja, mit denen wir den kompletten Laos Trip unternommen haben abgereist. Unsere letzte Destination Vientiane war nicht besonders aufregend. Dreckiger, lauter und vor allem teurer als der Rest ist die Stadt wohl die typische asiatische Hauptstadt.

Zum Abschluss meine Liste der Dinge, die Laos ausmachen:

1. Berge, Hügel, Serpentinen (Bis auf den krass zu heissen Süden)
2. Kinder wohin man blickt (jede Familie schient mindestens fünf zu haben/ und die dann irgendwie nochmal fünf…)
3. Jumbos (Pick-Up Trucks mit zwei parallel ausgerichteten Sitzbänken. Die Kapazitätsbegrenzung von ca 8 Leuten habe ich auch schon verdoppelt gesehen)
4. Baguettes mit fett Majo (besser, günstiger – 0.80€ und vor allem größer als jedes Footlong von Subways)
5. Freundlichkeit (Habe noch in keinem Land mehr “Hallo/Sabbai Dee’s” verteilt bekommen)
6. Mädels die mit Sonnenschirm in der einen und Handys in der andere mit ihren Rollern durch die Gegend fahren
7. “Whitening-Versprechen” auf jedem Kosmetikprodukt. Ne Bodylotion ohne ist leider nicht zu finden. (Zeigt eindeutig, dass die Menschen sich in Fragen Schönheit nicht all zu sehr unterscheiden)
8. Beerlao (Das einzige und nicht besonders gute Bier im Land – Von ein paar Importen abgesehen. Die Brauerei sposnert dabei konsequent jedes Guesthouse- und Restaurantschild. Schaut lustig aus ist jedoch nicht sonderlich abwechslungsreich.

Posted 7 years, 6 months ago at 15:24.

6 comments

Lao Loa

Vier Stationen liegen bereits wieder zwischen diesem und dem letzten Eintrag. Man muss wohl meine Faulheit und die miese laotische Internetverfügbarkeit dafür verantwortlich machen. Wir sind zuletzt in Vang Vieng gelandet. Einem kleinen Städtchen umgeben von 1200 Meter hohen Kalksteinformationen und einem Fluss, an dem sich die Attraktion dieser Location abspielt. Tubing.

Doch von vorne. Wir haben Chiang Mai am 26.01 Richtung Grenze verlassen. Pünktlich zum Ablauf meines Visums haben wir am nächsten Morgen den Mekong überquert und Laos betreten. Die Unterschiede zwischen Thailand und Laos fielen sofort ins Auge. Werbetafeln und Supermärkte sind verschwunden. Ebenfalls die Horden von Toyotas auf breiten Highways und die gleichförmigen Städte an denen man vorbeifährt. Eine zweispurige Straße habe ich bislang noch nicht einmal gesehen hier (dafür genug Straßen die ihren Namen eigentlich nicht verdienen). Es erinnert mich sehr an Indien, auch wenn der Vergleich natürlich nicht der beste ist. Die Landschaft ist im gesamten Norden geprägt von bewaldeten Bergen (auch wenn die Entwaldung in manchen Gebieten schon sehr weit fortgeschritten ist) zwischen denen sich kleine Siedlungen entlang der Straße befinden. Provinzhauptstädte wie Luang Namtha, welches unser erstes Ziel war, sind dabei nicht viel größer. 30.000 Menschen wohnen hier in einer der größten Städte des Landes. Mehr als zweistöckige Häuser gibt es nicht und selbst auf den Straßen ist kaum Verkehr.

Im Bus haben wir zwei Holländer getroffen, mit denen wir noch jetzt zusammen reisen. Gemeinsam wurden Motobikes ausgeliehen und wir haben die laotischen Dörfer in der Umgebung Luang Namthas erkundet. Strom, Wasser und Satschüsseln sind der einzige Luxus, den man in einem typischen Dorf antreffen wird. Geschlafen wird in einfachen Hütten und alle Tiere laufen mal wieder frei in der Gegend herum, wo sie dann auch meist an Ort und Stelle geschlachtet werden, sollte Bedarf bestehen. Habe ein paar schöne Fotos gemacht =) Am nächsten Tag haben wir uns für einen zweitägigen Dschungeltrekk angemeldet. Zusammen mit drei Koreanerinnen und zwei Israelis sind wir ca. 15km nördlich der Stadt gestartet. Die Landschaft gab den Verlauf unseres Trekks vor. Hoch und runter. Die ganze Zeit. Begonnen wurde in einer der vielen Rubberplantations, für welche der Wald hier in vielen Gebieten Platz machen muss. Unser Ziel war ein Wasserfall im Dschungel, den wir am Nachmittag erreichten. Wir verbrachten die Nacht in einer Hütte direkt am Wasser, ermüdet vom Lauf und zu viel Lao Lao (50% Reisschnaps den man hier für einen Euro den Liter bekommt). Sind in der Nacht nochmal an den Wasserfall gegangen und haben den Dschungel im schönsten Mondschein mit ganz vielen Glühwürmchen betrachten können. Das Essen wurde stilecht von Bananenblättern mit den Händen verköstigt. Im Gegensatz zu Thailand essen die Laoten sog. Stickyrice, den man zu kleinen Bällchen rollt und zu Suppen und warmem Gemüse isst.

Unsere Nächste Station war Luang Prabang, eine malerische Stadt am Mekong der man ihre französische Kolonialgeschichte noch sehr schön ansehen konnte. Überall befanden sich kleine Häuser mit Fensterläden und hölzernen Balkonen von denen man auf den Fluss blicken konnte. Auch europäische Baguettes konnten man überall für wenig Geld kaufen. (Es geht nichts über ein Tuna-Egg-Sandwich mit viiiiiel Majo) Motobikes waren hier leider unbezahlbar (17$ statt fünf, wie ÜBERALL sonst. Kein Plan warum) so dass wir uns mit TukkTukks fortbewegen mussten. Das Highlight war der Besuch mehrerer großer Wasserfälle, die perfekte natürliche Swimmingpools über mehrere Stufen bildeten. Das Wasser war zwar saukalt, aber durch den sandigen Boden türkisgrün. Man kann die Szenerie nur schwer beschreiben. Man stelle sich aber die perfekte Wasserfalllandschaft vor, die sich über mehrere hundert Meter Länge und 40 Meter Höhe erstreckt. (So im Centerparks-Stile, nur natürlich und wesentlich kälter) Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei…

Nun sind wir wie gesagt in Vang Vieng. Die Stadt hat nicht viel vom übrigen Laos und wirkt eher wie eine künstliche Welt, die nicht so Recht ins Gesamtbild passen will (Erinnert mich an Goa/Indien). Alles hier ist auf die Bedürfnisse westlicher Backpacker ausgerichtet, die billig trinken und Party machen wollen. Unser Besuch der “Bucket-Bar”, in der Wiskey-Cola und Konsorten in kleinen Eimerchen (die Teile ausm Sandkasten) für unter einen Euro serviert werden, machte das überdeutlich. Mehr oder weniger miese Technomusik aus übergroßen Boxen beschallt eine Menge betrunkener twentysomethings. Das macht tierisch Spaß (den man am nächsten Morgen schwer bereut) hat aber nicht mehr viel mit dem Land zu tun, in der die Party stattfindet. Für ein paar Tage ist die Sache aber Ok.

Die Krönung des ganzen ist neben den unzähligen Bars, in denen alle Staffeln der Serie “Friends” im Endlosmodus vor bekifften Backpackern ablaufen das Tubing. Hier lässt man sich im Schlauch eines großen Traktorreifens langsam den Fluss heruntertreiben und hält alle paar hundert Meter an einer der vielen Bars am Ufer an und trinkt die schon erwähten Buckets, bevor es auf gleicher Weise weiter den Fluss herunter geht. Noch haben wir all das nicht ausprobiert, aber es soll wohl Spaß machen.

Den heutigen Tag verbringen wir verkatert in einer Bar und schauen DVDs. Auch nicht schlecht und bei der Hitze draußen fast die einzige Alternative. Wir hoffe euch allen geht es gut (hiermit gute Besserung an Dagmar) und der Winter verlässt euch langsam. Wir haben noch knapp vier Wochen in SOA bevor es Richtung Osten geht. Wir werden sie genießen, das ist mal sicher =) Dicker Schmatzer von mir (Anne)

Posted 7 years, 6 months ago at 10:20.

9 comments