Archivbeiträge für Januar, 2010.

Von Tigern und Schlangen

Wir sind in Chiang Mai und schon wieder auf dem Sprung. Die nächste Station wird Laos sein, das ich leider bei meiner Kambodia-Reise auslassen musste. Statt dem Süden mit seinen „Four Thousand Islands” Werden wir uns nun den gebirgigen Norden ansehen und hoffentlich unsere Trekkingtour nachholen, zu der wir bislang hier noch nicht gekommen sind. Bangkok haben wir uns bei meinem nunmehr vierten Besuch auch ein wenig näher angeschaut. Wahrscheinlich müssen wir aber nochmals in dieses dreckige Moloch zurück. Unsere jetzige Station ist demgegenüber wesentlich angenehmer und kann fast schon mit dem thailändischen Inselalltag mithalten.

Chiang Mai erinnert mich mit seinen kleinen Soi´s und den niedrigen Gebäuden stark an Phnom Penh. Auch hier merkt man der Stadt die über eine Milion Einwohner nicht an. Der Verkehr ist (für asiatische Verhältnisse) gemäßigt und auch für die Anne mit ihrer noch recht geringen Motobike-Erfahrung gut zu bewältigen. (Keine Angst Mom, wir fahren immer defensiv und nie über 80 =) Viele kleine Restaurants, Tempel und Juiceshops prägen das Bild des alten Stadtkerns und auch das Wetter ist äußerst angenehm.

Die Thesis ist heute Abend fertig geworden, hat aber nochmals volle drei Tage in Anspruch genommen. Geschrieben, verbessert und letzte Korrekturen eingefügt (Danke nochmal an Hendrik, Carsten und Mama) wurde dabei in drei verschiedenen Guesthouses. Zuerst haben wir uns in Julies Guesthouse einquartiert. Den Tipp bekamen wir von Saskia, die hier letztes Jahr auch schon ein paar Nächte verbracht hat. Zum Glück hatten wir schon am Abend zuvor aus ein Zimmer reserviert, denn die Location scheint DER Backpacker-Anlaufpunkt schlechthin zu sein. Der kleine Vorhof war dementsprechend immer gut gefüllt mit Reisender jeder Nationalität (Deutsche und Engländer waren wie bislang überall in Thailad in der Überzahl). Trotz des übertriebenen Trekkingangebots haben wir die ersten Tage nicht viel gemacht. Zum einen musste die Thesis fertiggestellt werden, zum anderen behagten mir die beworbenen Touren nicht sonderlich. In wahlweise ein bis drei Tage wurden Elefantenritt, Bamboo-Wildwasserrafting, Mountenbiking und der Besuch von mindestens drei Wasserfällen und verschiedenen “Hilltribes” gepackt, wobei mindestens 10-15 Leute zugleich abgehandelt werden. Ich hoffe wir finden in Laos weniger tourimäßige Angebote…
Den Samstag haben wir uns “freigenommen” (Ich weiß dass die Formulierung nicht ganz passend ist) und haben uns Motobikes ausgeliehen, um die Umgebung zu erkunden. Etwa 20km nördlich der Stadt fanden wir eine paar wenige typische Touriattraktionen. Auf ca. 5km Straße waren Tigerpark, Elefanten- und Schlangenshow, Butterfly- und Orchidfarm, Shootingrange, Bungeejumping, Paintballpark sowie 10(!) Wasserfälle zu besichtigen. Diese Attraktionsdichte habe ich bislang noch nirgendwo bestaunen dürfen. An diesem Beispiel wird der Entwicklungsstand von Thailands Tourismusbranche überdeutlich. Kambodscha und Indien wirken dagegen wie Anfänger beim Spiel ums Tourigeld.

Wir entschieden uns für den Tigerpark, der seine sechs Euro jedoch wert war. Habe ich in Indien den einen Tiger nur von weitem auf einem Elefant sitzend betrachten dürfen, hieß es jetzt gleich mehrere Examplare zu streicheln und zu kuscheln. Außerdem auf dem Programm standen die Wasserfälle und die Orchideenfarm. (Bilder hat es unten ein paar).

Morgen geht es zur Grenzstadt Chiang Kong, von wo aus wir übermorgen über den Mekong nach Laos übersetzen werden. Ich bin auf die Unterschiede zu Thailand und Kambodscha gespannt und werde hoffentlich bald ein wenig zu berichten haben

Posted 7 years, 10 months ago at 15:15.

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Inselalltag

Wir sind noch immer auf Koh Chang am Golf von Thailand. Noch immer im gleichen kleinen Bungalow mit den gleichen Bettbezügen und dem selben Gecko als Mitbewohner. Solange die Anne für ihre Thesis und ich für die von ihr übertragende Übersetzungsaufgabe brauche, wird sich daran auch nicht viel ändern. Auch unser Alltag befindet sich nicht gerade in einem Zustand ständigen Wandels: Wir stehen spät auf, gehen lecker und ausgedehnt frühstücken (Eier, Toast und Früchte mit Kokosnussmilch. Gerne aber auch mal ein Müsli) und setzen uns dann meist nach einem kurzen Besuch im nahen „Supermärktchen“ oder dem Strand in unsere Hängematten und arbeiten. So weit man das bei der hier vorherrschenden Atmosphäre so bezeichnen kann. Das Wetter ist angenehm, das Internet schnell und das Essen billig. Hier halte ich es auch ohne Probleme länger aus. Meine Musiksammlung wird zurzeit täglich erweitert und auf meinen Ipod übertragen und auch eine detailierte Verfolgung des heimischen Geschehens in Politik und Co. Wird mir hier mal wieder möglich. Ich fühle mich beinahe wieder daheim. Nur die höhere Bandbreite und meinen Monitor vermisse ich…

Wir haben uns noch eine weitere Woche Zeit gegeben für die Thesis (ohne uns zu sehr stressen zu wollen, versteht sich) und schmieden für die Zeit danach bereits an Plänen. Wahrscheinlich werden wir unsere Asienzeit ein wenig verlängern, um der Thesisunterbrechung hier Rechnung zu tragen. Die sonst verbleibenden zwei Wochen sind uns zu wenig, um Thailand und auch Malaysia zu bereisen, so werden wir wohl einen Monat hier dranhängen und dafür unsere – sowieso schon reichliche – Zeit in Südamerika verkürzen. Leider bedeutet dies, alle weiteren Flüge, die wir bereits gebucht hatten, ändern zu lassen. Wir werden sehen, wie teuer uns das zu stehen kommt.

Untenstehend noch die ausstehenden Bilder aus Bali und der bisherigen Geschehnisse.

Posted 7 years, 11 months ago at 18:30.

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Was bisher geschah

Nach meiner Abreise aus Bali habe ich den Tag damit zugebracht ein schönes Zimmer für mich und Anne in Bangkok zu finden, eine Aufgabe die in der Touristenecke alles andere als leicht zu nennen ist. Für viel Geld ließ sich jedoch am Ende etwas Passendes finden und nachdem ich die Anne am nächsten Tag vom Flughafen (den ich inzwischen nach einer dort verbrachten Nacht und zwei weiteren besuchen zu kennen glaubte) abgeholt hatte, verbrachten wir zwei Naechte dort.
Silvester war eher unspektakulaer. Wir ließen uns von einem Taxi ins Zentrum fahren und warteten mit einigen tausend Thais auf das neue Jahr. Deutsche verhaeltnisse bezüglich Boellerei und alkoholkonsum wurden nicht mal ansatzweise erreicht und nach einem netten Feuerwerk (aber auch nicht viel mehr) haben wir uns wieder nach hause gemacht.
Am nächsten Tag ging früh morgens unser Bus richtung Ostküste, wo wir uns jetzt auf Ko Chang, der zweitgrößten thailaendischen Insel, niedergelassen haben, um dem nervigen Bangkok zu entfliehen und in ruhe Annes thesis fertig zu schreiben.
Leider habe ich die Anne gleich mit meiner seltsamen Krankheit, die ich aus Bali eingeschleppt hatte, angesteckt und meine süße liegt jetzt schon den zweiten Tag im
Bett und versucht sich zu erholen. Unser Zimmer oder besser Bungalow ist dafür aber nicht allzuschlecht geeignet, was die Sache für sie hoffentlich einfach überstehen laesst. Von der kleinen bar aus blicken wir über palmen und dichte Dschungelvegetation auf ca ein Kilometer entfernte Meer und dank der erhöhten Position unseres ressorts weht immer ein laues Lüftchen.
Sobald die Anne wieder auf den Beinen ist gilt es die Insel zu erkunden und die vielen Wasserfälle zu finden, die sich im dichten Dschungel hinter uns befinden. Vielleicht ist auch noch ein kleiner Schnorcheltrip zu den vor uns liegenden inselcheln drin.
Ich vertreibe mir bis dahin die Zeit mit meinem neuen iPod Touch, der hier bei free wifi seine volle staerke zeigen kann. Allein meine iTunes bibliothek in Ordnung zu bringen und die kiste hier zu “jailbrailen” kostet mich bislang einen vollen Tag.
Gleich werde ich auch mal dem Strand einen Besuch abstatten, nachdem ich meinen Krankenbesuch bei der Anne abgeschlossen habe. Für sie ist der Start der Reise leider weniger gut verlaufen, aber
mir erging es in Indien nicht besser. Man kann sich einem rauen Beginn wohl nicht ganz entziehen.

(dieser Text entstand in mühevoller handarbeit auf meinem iPod, weshalb man meine unzähligen Fehler entschuldigen sollte :) ich hoffe ihr hattet alle einen guten Rutsch und blickt hoffnungsvoll ins neue Jahr. Auf ein gutes 2010 an alle die das hier lesen!

Posted 7 years, 11 months ago at 06:58.

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