Archivbeiträge für Dezember, 2009.

Das war Bali (Sehr gut und ein bisschen doof)

Eigentlich muss hier gar kein grosser Text mehr rein, denn der Titel sagt bereits alles. Ich hatte sehr gute zwei Wochen auf Bali und Lombok mit der Tami, in denen wir uns (meistens) gut verstanden haben und unsere Zeit mit (meistens) sehr abwechslungsreichen Aktivitaeten fuellen durften.

Nach unserer Rueckkehr von Gili Meno haben wir uns erst einmal an die Schwuele in Bali gewoehnen muessen, was  zwei sehr verschimmelten Tagen vor dem Fernseher bedeuteten. Wenn man schonmal ein Haus mit Klimaanlage bekommt, fuer das man nichts zu zahlen hat, sollte man das auch ausnutzen. Leider langweilt einen auch die haerteste Entspannungsphase und wir haben uns am 24.12. dazu entschlossen unsere Inselrundfahrt anzutreten. Ubud, ein kleines Staedtchen weiter im Landesinneren war unser erstes Ziel fuer uns und unsere kleinen Mopeds, die wir am Tag vorher ausgeliehen hatten. Bei einem leckeren Abendessen und zu viel, zu teurem Wein (alleine fuer den haben wir knapp 40$ ausgegeben oO) haben wir den Heiligen Abend bei einem Japaner verbracht und die Zeit dafuer genutzt alle moeglichen Leuten ueber Skype anzurufen, um Weihnachtsgruesse zu uebermitteln.

Der naechste Tag hat uns in die Berge, noch weiter im Norden gefuehrt. Der Regen war hier Stammgast und auch die Temperaturen entsprechend kuehler. Leider hatte mich am Abend zuvor eine Erkaeltung (oder was auch immer, habe bis heute nicht heraus, was mich geplagt hat und immer noch nervt) erwischt und ich habe den Tag im Bett verbracht, waehrend Tami sich eine riessige Tempelzeremonie in der Naehe unseres Hotels angesehen hat. Die Hauptaktivitaet in der Gegend war die Besteigung eines kleinen Vulkans (ca. 1600m), die wir leider ob meines bescheidenen Zustandes nicht antreten konnten. Einzig die warmen Quellen, um die herum ein kleines Bad errichtet worden war, haben wir uns am naechsten Tag angetan. (In 45 Grad warmen Wasser zu liegen, waehrend ueber dir der Regen runterkommt, ist schon was tolles)

Tag drei hat uns nach Lovina, an der Nordküste Balis gefuehrt, einer Ansammlung von Toursitenhotels und -restaurants. Seine Existenzberechtigung hat der Ort einzig den Delphinen vor der Kueste zu verdanken, deren morgentlichen Fruehsport man sich in einem kleinen Bott sitzend anschauen kann. Auch wir haben diesem Spektakel um fuenf Uhr morgens beigewohnt. Spektakel aber nicht wegen der paar Delphine, die man meist hundert Meter entfernt fuer Milisekunden aus dem Wasser springen sieht, sondern vielmehr wegen der ungelogen ca. 60 Booten, die mit uns auf Delphin”jagt” gingen. Die meisten Boote waren mit gelben, pinken oder blauen Japanern (gemeint sind die farbenfrohen Schwimmwesten) jeglichen Alters gefuellt und das Zusammenspiel dieser Boote mit dem lieblichen Sonnenaufgang vor der Kueste Balis war der eigentliche Hoehpunkt des Dolphinwatchings. Die Szenerie war vergleichbar mit einem Spiel der F-Jugend des VFR Wiesbaden: Ein Ball (Delphine) und zwei Mannschaften (60 Boote), die die Spielzeit damit verbringen, in voller Mannschaftsstaerke ersterem hinterherzulaufen. Ich habe ein paar Bilder gemacht, bin aber zu faul, um sie hochzuladen und zu bearbeiten. Vielleicht speater mal =)

Der gestrige Tag war dann leider weniger angenehm. Um den schlechten Dingen weniger Raum zu geben, hier die Kurzfassung: Ich=immer noch krank und leicht fiebrig (ausserdem wesentlich zu muede, wegen dem viel zu frueh angelegten Japwatching), Tami=total bewegungsunfaehig, weil Ruecken verrengt oder sonst was, Unsere Wohnung im Sueden= 120km entfernt (und die Tami mit ihrem Ruecken nicht in der Lage mit dem Roller zu fahren). Also haben wir improvisiert und drei Balineser (oder so) gefgunden. Zwei haben unsere Roller runter gefahren, ein dritter uns selbst. Mit dem entsprechenden Kleingeld ist hier alles moeglich. Leider war damit unsere Odyssee noch nicht beendet, da der Schluessel unserer Wohnung nicht dort anzufinden war, wo wir ihn hinterlassen hatten. (Zu lange die Geschichte, um sie hier wiederzugeben) Also durften wir uns zu spaeter Stunde noch auf die Suche nach einem Hotel machen, was wir dann um zwoelf auch gefunden hatten um endlich ein wenig Schlaf zu bekommen.

Jetzt sind wir wieder “daheim”. Ich fuehle mich immer noch kaputt und die Tami liegt mehr oder weniger bewegungsunfaehig im Bett und wartet auf ne Mail von einem Freund, der ihr einen Rueckenspezialisten auf Bali nennen soll. Alles nicht so gut. Aber wir warten ab, was der morgige Tag bringt. Fuer mich mal wieder eine Reise nach Bangkok, wo ich eeendlich meine Suesse wiedersehen darf. Fuer die Tami hoffentlich einen guten Arzt.

Danke fuer die Aufmerksamkeit =) (Unterstehend noch ein kleines Video von unserem Inseltrip. Enjoy!)

Posted 7 years, 11 months ago at 14:22.

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Auf Gili Meno

Nach drei Tagen auf Bali, in denen die Tami versucht hat ihre nette Lebensmittelvergiftung auszukurieren und wir uns mit Massagen (1h fuer drei Euro), sehr gutem Essen, englischen Filmen und ein paar Strandbesuchen den Tag verkuerzt haben, sind wir jetzt auf Gili Meno, einer sehr kleinen aber feinen Insel vor Lombok. Das einzige Transportmittel hier ist eine Pferde- oder besser Ponnykutsche, die die Insel in ca 15minuten zu umrunden weiss. Wir leben gut und fast schon luxurioes vor tuerkisfarbenem Meer. Das Riff, das die halbe Insel umgibt, ist fantastisch und mit Schnorchel und Tauscherbrille kann man Riessenschildkroeten, Korallen und verschiedenste Fische begutachten. Das alles bei ca. 3m Wassertiefe und guter Sicht. (We will do the same together somewhere honey +)

Weihnachten rueckt immer naeher und meine “Weihnachtsstimung” war noch nie auf einem geringeren Level. Selbst im August fuehle ich mich mehr nach Gluehwein und Lebkuchen. Es wird ein seltsamer Tag werden, das weiss ich jetzt schon und wahrscheinlich genauso vergehen, wie jeder andere auch. Strange…

Leider habe ich vertgessen meine Kamera aufzuladen bevor ich hergekommern bin, weshalb es leider keine Bilder geben wird. Vielleicht stellt die Tami ein paar auf Facebook bei Gelegenheit. (Man muss sich nur erst aus seiner traegen Faulheit befreien, um die Energie fuer den Druck auf den Ausloeser aufzubringen =) Uebermorgen werden wir nach Bali zurueckkehren, wo wir gluecklicherweise bei einem Bekannten wohnen, der sich gerade nach Australien aufgemacht hat fuer drei Monate. Das bedeutet Fernseher, eigenes Bad und Klima im Haus fuer lau. Billiger kann man nicht wohnen. Ich hoffe euch allen geht es gut und ihr geniesst die Weihnachtszeit mit dem stressigen Geschenkekauf in ueberfuellten Einkaufspassagen und dem ueberschwaenglich erwarteten Verwandtenhopping ueber die Feiertage.

Posted 7 years, 12 months ago at 07:20.

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Die letzten Tage in Kambodia

Gemacht hab ich nicht viel ausser lecker zu essen und nochmal den Markt zu besuchen. (Alle Geschenke fuer die Anne besorgt :)

Zeit fuer ein kurzes Resumee. Typisch Kambodia ist:

1. Busfahrten mit Karaokevideos in voller Lautstaerke (Nach 10h nervt das)

2. Maenner, die sich die Haare, die aus ihren Warzen im Gesicht wachsen, stehen lassen.  (Die laengsten vier Haerchen waren gut 6cm lang oO)

3. Highway Raststaetten, in denen Koerbe voller frittierter Taranteln verkauft werden.

4. Restaurants in der Hauptstadt, an denen Elefanten vorbeilaufen, wie in Indien die Kuehe.

5. Kleine Laeden an der Strassenecke, die selbst Paps Mp3 Collection alt aussehen lassen. (50Cent pro Album war mir aber einfach zu teuer und ausserdem kaufe ich keine Warez oO)

6. Eiskaffee mit “Sweetmilk”

7. Toyotas (Ausser ein paar Lexus habe ich kein Auto gesehen, was nicht von den Japanern gebaut wurde)

8. Angkor Wat (Der Tempel ist DAS Wahrzeichen des Landes. Es gibt Angkor Bier, Angkor Hotels, Zigaretten, Versicherungen… Und auf der Landesflagge ist er natuerlich auch zu sehen)

9. Mototaxis, auf die  man sich einfach hinten drauf setzt und hofft, heil an sein Ziel zu kommen (Es gibt zwar eine Helmpflicht in Kambodscha, aber die gilt nur fuer den Fahrer. Warum auch immer. Sinnlos irgendwie)

10. Volleyballtourniere um Geld. Funktioniert dann so, dass man Eintritt fuer das Spiel bezahlt und dann im Team versucht die Gegner zu besiegen, um diesen dann ihren Einsatz abzunehmen. (Mir wurde schon gesagt, dass ich nicht mitspielen duerfte, weil ich zu gross sei. Scheiss Angsthasen. Ich kann nicht mal Volleyball spielen…)

Posted 7 years, 12 months ago at 05:32.

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Vier Tage Reis

Morgens, mittags und abends nochmal. Der gleiche Ablauf drei Tage lang. Mein Appetit auf Reis ist erstmal gestillt. Leider ein größeres Problem hier  in Asien, wo es nur mit Aufwand unjd erheblichen Mehrkosten möglich ist, etwas anderes zum Essen zu finden.

Der Grund für meine Reiskur war ein viertägiger Aufenthalt in einem kleinen laotischen Dorf, ca. 40km von Banlung, der Provinzhaupt“stadt“, entfernt. Ein kurzer Auszug aus meinem Reistagebuch, als die ersten Erfahrungen noch frisch waren:

„Ich bin dort wo ich sein wollte, ohne vorher zu wissen, wo ich hin gehen will. Die nächste asphaltierte Straße ist ca. 50km entfernt. Die nächste Stromleitung und fließendes Wasser ca. 7km. Mitten im kambodschanischen Wald bin ich jetzt bei einer kleinen Familie mit Clara, einer französischen Grundschullehrerin und zwei Guides aus Banlung, beide ungefähr in meinem Alter. Sona, der ältere der beiden heiratet in zwei Wochen die jüngste Tochter des Familienoberhaupts und ist spontan zu uns gestoßen, als Jemmy, der immer lächelnde Junge, der mich hierhergeführt hat, ihm von unserem Trip erzählt hat. Die Szenerie hier ist unwirklich und das auf höchstem mir bekanntem Niveau. Die Siedlung beherbergt 50 Familien (in Köpfen wird hier nicht gezählt) und liegt mitten im Nichts, ca. 7km vom Fluss entfernt, den wir bei unserer Hinreise mit einem klapprigen Longtail-Boot überqueren mussten“

Die sieben Kilometer mussten wir beide Male laufen. Der Hinweg war jedoch um einiges beschwerlicher, da ich die Hälfte unseres Proviants für vier Tage in einem alten Reissack auf dem Rücken hatte und damit durch Bäche und schlammige Furchen laufen durfte.

„Wie die Menschen hier leben hat jedoch nichts von den mir aus Deutschland bekannten Dorfstrukturen. Vielmehr sind die auf zwei Meter langen Holzpflöcken gebauten Hütten scheinbar willkürlich in der Landschaft verteilt. Einige entlang den sandigen Trampelpfaden, die unzählig den Wald durchkreuzen, die meisten jedoch an einer Art Lichtung, die sich, folgt man ihren Ausläufern, in Reisfeldern, kleine Fischtümpeln und dem nahen Dschungel verläuft. Die Grundstücksgrößen variieren  von ca. 10m x 10m bis hin zu weitläufigen Arealen, die auf den ersten Blick wie wildes Waldland aussehen. Die meisten Hütten bestehen aus Holz, einige aus simplem Bambus und nur wenige haben Wellblechdächer. In den Hütten wird geschlafen. In der Regel auf dem Boden oder auf dünnen, selbstgebauten Bambusmatten. Privatsphäre scheint, so weit ich das beurteilen kann, Mangelware zu sein. Wir zumindest schliefen gestern zusammen mit der ganzen Familie in einem Raum. Gelebt wird unter der Hütte. Hängematten, einfache Sitzbänke und eine rechteckige, leicht erhöhte Plattform, auf der gegessen wir, stellen den Wohnbereich der Menschen dar. Strom und fließendes Wasser sind nicht vorhanden. Eine Autobatterie, eine Taschenlampe und unscheinbarer, aber verdammt gefährlicher, weil tiefer und ungesicherter Brunnen sind die Alternativen. Geduscht wird vor aller Augen mit Wasser aus dem Brunnen. Für Clara kein einfaches Unterfangen, da sie sich als Frau beim Waschen komplett bedecken muss. Etwas was Europäer schlicht nicht gewohnt sind.“

Während wir den ersten Tag dazu genutzt haben das Dorf zu erkunden und ein paar Fotos zu machen, sind wir am nächsten Tag zu einer kleinen Dschungelsafari aufgebrochen. Mit Proviant für den Tag ging es insgesamt 18km durch den Busch, wo uns unser Guide zu einem abgelegenen Wasserfall mitten im tiefsten Dickicht geführt hat. Auf halbem Weg haben wir ein paar Fischer aus dem Dorf getroffen, die mit einigen Dutzend Wasserschlangen aus den unzähligen Bächen des Dschungels auf dem Heimweg waren. Unser Guide hat bei der Gelegenheit gleich ein paar für unser Abendessen gekauft. Neben den gegrillten Schlangen (auf Reis -_-) war die Schlachtung einer der Hausenten der kulinarische Höhepunkt des Trips. Anstatt die Brust vorsichtig vom Fleisch zu trennen und mit etwas Gewürz anzubraten, wurde die komplette Ente mit einem groben Beil in Stücke gehackt  (Beine und Kopf inklusive) und zu einer Suppe verarbeiten, die dann schön mit Reis serviert wurde. Zum Glück fand unser Essen immer bei Kerzenlicht statt und man sah nie genau, was man sich auf den Teller holte…

Ich bin jetzt schon wieder in Phnom Penh und haben mir nach meiner zehnstündigen (oO) Busfahrt hier ein schönes Zimmer mit warmer Dusche und TV genommen und lasse den Abend jetzt mit Burger und Pommer auf typisch westliche Art ausklingen. Vielleicht gönne ich mir morgen zum Frühstück wieder etwas Reis…

Posted 8 years ago at 15:38.

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