Archivbeiträge für den Montag, Oktober 5th, 2009.

Von Mumbai nach Goa

Es ist viel passiert seit dem letzten Eintrag. Wir haben Mumbai mit dem Bus Richtung Goa verlassen, nachdem uns die Stadt zu heiß und lärmig wurde. Zum Glück wurde am Freitag, dem Tag unserer Abreise, Gandhis Geburtstag gefeiert, weshalb sich der Verkehr in Grenzen hielt. Trotzdem brauchten wir über zwei Stunden, um aus dem Moloch herauszukommen. Die Fahrt mit unserem Bus war auf ca. 14h ausgelegt. Abends um fünf fuhren wir los, am nächsten Morgen um sieben sollten wir in Goa sein. Am Ende brauchten wir aber knapp 22h.

Dauerregen hatte einen kleinen Fluss ca. 100km vor Goa übertreten lassen und die Straße, über die wir fahren mussten, hüfthoch mit Wasser gefüllt. Nach und nach fuhren immer mehr Reisebusse an der Straße auf und bildeten am Schluss eine ca. 3km lange Schlange. Wir hielten vor einem kleinen Laden mitten im Nichts und stiegen um ca. halb sieben Uhr aus dem Bus aus. (Hatte schon bessere Nächte). Dort bestellten wir uns erstmal einen Tee (Gesüßter Tee mit Milch) und kauften eine Flasche Wasser. Ca. eine Stunde später wurde der Rest der Fahrzeugkolonne ebenfalls wach und der kleine Laden wurde überfallartig von ca. 30 Indern belagert, die innerhalb kürzester Zeit alles kauften, was der Mann anzubieten hatte. (Aus naheliegenden Dörfern wurden im Laufe des Tages immer wieder Obst, Gemüse und Reis an die zentrale „Versammlungsstelle“ gebraucht und zu übertriebenen Preisen unter´s Volks gebracht.)

Insgesamt verbrachten mehrere hundert Menschen die ca. 8 Stunden Wartezeit aber erstaunlich gelassen und trotz der Versorgungsengpässe und der Unsicherheit, ob oder wann es weitergehen würde, mit einer bemerkenswerten Ruhe. Der Höhepunkt war schließlich eine abenteuerliche Fahrt durch indische Dörfchen (eher lose Häuseransammlungen) mit dem Ziel die überfluteten Straße zu umgehen. Es war die perfekte Ralleystrecke, nur dass wir sie mit alten Reisebussen zurücklegten.

In Goa haben wir uns ein schönes Zimmer im nördlichen Teil für zwei Tage genommen und in der Zwischenzeit die nahe Umgebung erkundet. Bemerkenswert viele Inder scheinen hier Urlaub zu machen. Für Westler ist es noch viel zu früh. Goa wirkt wie Lloret de Mar oder Mallorca mit Kühen auf der Straße und wesentlich mehr Indern. Überall werden einem Klamotten, Taxis, Essen, Motorräder, Schmuck, Taschen und anderes Zeugs angeboten. Morgen wollten wir weiter nach Hampi und später, wenn es hier langsam voller und (noch) weniger indisch ist, wieder zurück. Das Wetter ist leider immer noch nicht besonders berühmt hier.

Gerade liege ich im Bett, während Moritz zu abend isst. Ich fühle mich trotz zweier Paracetamol nicht besonders gut (wenn ich still liege ist es jedoch zu ertragen) und habe etwas Angst mir eine ordentliche Erkältung im Bus eingefangen zu haben. Morgen werde ich mehr wissen.

Posted 8 years ago at 06:24.

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