Archivbeiträge für den Mittwoch, September 30th, 2009.

Alles auf Anfang

Ich sitze gerade bei Starbucks in West Hempstead und warte darauf, dass Stephan nach Hause kommt. Eine Dusche und eine waagrechte Haltung sind die Dinge, die ich jetzt am nötigsten habe. Komme gerade von meinem ersten London-Tag zurück, was mich Beine und Schultern spüren lassen. Bei sonnigem Wetter und spätsommerlichen Temperaturen bin ich heute morgen um neun mit Stephan Richtung Innenstadt losgezogen. Auf dem Weg gleich zwei Prämieren: Eine Fahrt im Doppeldeckerbus sowie der berühmte Zebrastreifen auf der Abbyroad, der auch gleich von mehreren Japanern abgelichtet wurde. Ein typischer Londoner Beginn =)

Die genaue Route, die wir an schließend genommen habe, kann ich schon nicht mehr wiedergeben. Zwischenzeitlich haben wir auf jeden Fall Chinatown einen Besuch abgestattet und sind schließlich an der Themse gelandet. Von dort ging es dann langsam zum Tate Modern (schaut euch die Fotos an – zu dem Zeitpunkt war ich noch fit genug welche zu machen =)

Am Museum hat mich Stephan dann verlassen und ich bin zwei Stunden mit einem „Earphone-Guide“ (der mir für läppische drei Pfund angedreht wurde) durch die Galerien gezogen. Ich weiß warum ich Museumsbesuche früher gehasst habe: Wenn man draußen ist, hat man das Gefühl einen Marathon gelaufen zu sein. Die Bilder und Installationen waren beeindruckend, obwohl ich einige Teile nicht als Kunst bezeichnen würde. Mit einem Messer einen waagrechten Schnitt durch eine Leinwand zu machen und diese dann zu rahmen, ist weder sonderlich einfallsreich, noch beeindruckend anzusehen. Der Höhepunkt aber war Paul McCartneys Video-Installation, bei der auf drei Leinwänden endweder nackte Männder gezeigt wurde, die ihr bestes Stück rythmisch im Kreis schwingen (erinnert dich das an etwas mein Schatz?) oder Männder, die in Frauenkleidung Blutwurst in der Badewanne verspeißen und diese wieder auskotzen(!).

Nachdem ich das Tate wieder verlassen hatte, bin ich Richtung St. Pauls aufgebrochen, nur um festzustellen, dass die tatsächlich 11 Pfund Eintritt dafür verlangen eine Kirche zu betreten. (Wahrscheinlich einer von mehreren Gründe, warum der Islam immer stärkeren Einfluss gewinnt: Der ist nämlich in der Regel umsonst =)

Später bin ich dann mehr oder weniger ziellos durch die Londonder City gelaufen, in der es aber außer Slipsträgern, Taxis und zu teuren Restaurants nichts zu sehen gab. Den vorläufigen Abschluss des Tages bildete eine verwirrende Fahrt mit der Tube, bei der ich wahrscheinlich viel zu oft umgestiegen bin. Aber auch das war ein Erlebnis: Ich habe noch nie eine so große Schlange vor einer Rolltreppe gesehen und Menschen, die sich durch die engen Tunnel wie Hamster bewegen.
Jetzt geht’s erstmal ins Kino. Habe mir gestern Abend bei einem Glas Cider (3,60 Pfund !) mit Stephan ein hübsches ausgesucht. Ganz so nah wie das Caligari ist leider nicht. Wir müssen nochmal knapp ne Stunde hinfahren =)

Bis die Tage mit den ersten Neuigkeiten aus Indien. Ich freu mich drauf, von euch zu hören!

Lg
Alex

Posted 7 years, 10 months ago at 12:48.

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