Du befindest dich zur Zeit im Bereich: SOA

Blick von Tokio auf Singapore

Mit “tollem” Blick auf Terminal 2 des Flughafen in Tokio bleIben mir noch knapp 90min bis zum meinem elfstuendigen Weiterflug nach Dallas. Genug Zeit fuer ein kurzes Resuemee:
Singapore haben wir zwar nur einen sehr kurzen Besuch abgestattet (den Uebernachtungspreise von 10 Euro und mehr pro Nacht sei Dank) und doch wage ich mich ob meiner Beobachtungen und eines kurzen aber interessanten Gespraechs mit drei indischen Managern (von denen zwei ihr Heimatland bis heute nicht besucht haben) ein Fazit abzugeben. Singapore ist sauber, teuer und mit allen Fasern dem Kommerz verpflichtet. Die Kriminalitaetsrate ist unglaublich gering und doch erinnert an fast jeder Bushaltestelle eine grossformatiges Plakat daran wachsam zu sein und jedes auffaellige Verhalten direkt an die Behoerden zu melden. Ueberhaupt ist die Stadt gepflastert mit Hinweis-und Verbotsschildern. Im Bus wird man hoeflich (und unuebersehbar deutlich) darauf hingewiesen Alten und Kranken seinen Sitzplatz anzubieten, an jeder Kreuzung erinnert ein Schild an die Benutzung der Ampel und Rauchverbotsschilder habe ich mehr gezeahlt als Verkehrsschilder. Damit die ganzen Regeln auch brav eingehalten werden, vertraut die autokratische Regierung (die seltsamerweise trotz “demokratischer” Strukturen im Land seit 50 Jahren an der Macht ist) auf Bussgelder (250 Euro, wenn im Zug verbotenerweise getrunken wird, 2500 wenn man raucht) und Ueberwachungskameras. Meist werden gleich fuenf oder sechs Stueck gemeinsam aufgehaengt, was dann an schoene “Ueberwachungsblumen” erinnert.
Auf Drogenbesitz schon geringer Mengen steht die Todesstrafe, die aber laut meiner Gespraechspartner “schon” seit zwei Jahren nicht mehr zur Anwendung kam. Wenn das mal kein eineutiges Zeichen fuer eine liberale Wende darstellt :D

Innerhalb der Stadt herrscht penible Ordnung und das Stadtbild wird von teuren Cafes, parkgesaeumten Restaurants und glaesernen Buerotuermen gepraegt. Laut meinen indischen Freuden (die uns netterweise auf ein 6 Euro teures Bier eingeladen hatte) besteht das Leben eines aufstrebenden Singapurianers aus Lernen, Studieren, Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten und Shopping. So hat einer der drei nach dem Bier seinen Sohn um halb neun von der Schule abgeholt. Auch regierungsgesponserte Werbeplakate erinnert daran, dass dass den lieben Kleinen doch bitte eine ganztaegige Betreung und fruehe Karrierefoerderung angetan werden sollte, um in der wettbewerbsgetriebenen Wirklichkeite gut dazustehen. (Den selben Ton nahmen dann auch einige Werbebotschaften auf Unternehensseite an)

Dass die Ueberwachungs- und Ordnungsmanie der Regierung vor allem bei der jungen Bevoelkerung auf geringe Gegenliebe stoesst, macht ein schoenes Beispiel deutlich. An einem Platz direkt in der Innenstadt, der mit Schilderbotschaften wie: “Don’t litter” und “don’t smoke” gepflastert war, taten die herumlungernden Jugendlichen genau dies. Jedoch nicht ohne beim fast schon revolutionaeren Akt des Kippe-Wegschnippens einen pruefenden Blick ueber die Schulter zu werfen…

So bin ich froh diesem Wahnsinn (anders kann ich es nicht beschreiben) entkommen zu sein und morgen im versifften Guatemala anzukommen. Gaenzlich ohne Zwischenfall habe ich meinen Besuch in Singapore leider doch nicht abschliessen duerfen. So hatte ich schon bei der Einreise Kontakt mit den Behoerden. Meine extra aus Malaysia fuer Lateinamerika gekaufte Machete mit solidem Holzgriff wurde mir leider aus dem Gepaeck gefischt. Diese stellt naemlich nach Singapurianischer Logik eine Waffe dar, die nicht ins Land eingefuehrt werden darf. Ich frage mich nur, mit was die Menschen dort ihre Kokusnuesse oeffnen. Ohne ein grosses Messer ist das naemlich eine abendfuellende Beschaeftigung…

Posted 7 years, 9 months ago.

1 comment

Tauchkurs in Thailand und Malaysias Ostküste

Viel Küste habe ich gesehen die letzten Wochen. Das Wetter ist einfacher angenehmer als im Inland mit einer leichten Brise, die einem ständig umweht. Unsere letzten Stationen waren Koh Tao an Thailands Ostküste und nun Malaysia, wo wir ebenfalls die Ostküste heruntergetravelt sind.

Unser Tauchkurs auf Koh Tao war äußerst spannend und hat mich mit seinem Theorieteil wieder an die guten alten Unizeiten erinnert, die ich hier schon fast vergessen hatte. (Auch wenn der Anspruch der ganzen Angelegenheit eher an eine sehr abgespeckte Führerscheinprüfung erinnert hat) Wir sind in einer kleinen Tauschule an der Ostküste der Insel (Verdammt, das mit dem Osten die ganze Zeit scheint kein Zufall zu sein oO) untergekommen, wo wir ein sehr geräumiges “Chalet” (DAS Synonym für alle Unterkünfte hier in Malaysia vom mickrigen Holzbungalow bis hin zu schicken Apartments) bezogen haben. Leider mussten wir uns selbiges mit mehreren Geckos – kein Ding – und einigen Riesenspinnen – schon weniger toll -_- teilen. Anne hat jeden Abend den starken Mann markiert und hat mit einem dünnen Stöckchen bewaffnet mutig das Badezimmer gesäubert.
Das Tauchen selbst ist äußerst strange und nur schwer zu beschreiben. Nach ersten Gehversuchen im hauseigenen Pool ging es am zweiten Tag ins Meer. Wenn man sich der störenden Gedanken daran, dass man leider in 20m Tiefe nicht einfach mal so an die Oberfläche kommt, entledigen kann, ist die Vielfalt unter Wasser sehr zu genießen. Vor allem die komplette Geräuschlosigkeit (vom den eigenen Atemzügen, die man übertrieben laut zu hören bekommt, abgesehen) lässt die Welt unter Wasser so unterschiedlich erscheinen. Außerdem fühlt man sich vollkommen schwerelos und kann sich mit ein wenig Übung mehr oder weniger anstrengungslos in allen drei Dimensionen bewegen. Dass dies über Wasser nicht möglich ist, wird einem beim Versuch mit der nicht gerade leichten Ausrüstung zurück ins Boot zu steigen dafür umso deutlicher bewusst.
Nach sechs Tagen Strand, Tauchen und guten Gesprächen mit einer Gruppe Bremer und einem 25 jährigen Münchner Bierbrauer (endlich kenne ich den Unterschied zwischen ober- und untergärigem Bier – glaube ich zu mindestens) ging es dann wieder runter von der Insel und mit dem Zug Richtung Malaysia.

Da Insel nie schlecht sind – außer es regnet – haben wir uns gleich zur nächsten aufgemacht. Doch zuerst hatten wir zwei Tage in Malaysia, das sich vom Rest Asiens doch recht deutlich unterscheidet. Schuld ist wohl der Islam, der hier in Form von zahlreichen – jedoch meist recht schmucklosen – Moscheen und kopftuchtragenden Frauen zu Tage tritt. Auch die arabische Schrift ist hier wieder zu Hause, was mich sehr an Bali erinnerte. Man denkt: Ach schön, alles sieht vertrat aus. Das Restaurant Menü und der Busplan. Doch wenn man versucht gänzlich unterbewusst die Worte zu entziffern, versteht man doch meist genauso viel wie sonst auch. Nicht viel nämlich. Und doch scheint mir Malay wesentlich eingängiger zu sein, als beispielsweise Laotisch oder Thai. Die ganzen bedeutungsgebenden Tonhöhenunterschiede fallen weg. (So gibt es in China neun verschiedene Arten ein und das selbe Wort auszusprechen oO) Man spricht hier meist so, wie man liest.

Auffällig waren auch die ganzen heimischen Automarken und ein genereller Trend zum “Tuning”. So findet man selbst in kleinen Käffern oftmals aufgepimpte Kleinwagen mit Monsterheckspoilern und glitzernden Rims. Nach einer Unterhaltung gestern Abend aber weiß ich jetzt, dass das Land doch keine eigene Autoindustrie besitzt. Vielmehr werden Fertigteile verschiedenster Hersteller zusammengekauft und dann zu einem “Proton” zusammengebastelt.
Auch die Tierwelt ist reicher als sonstwo bislang auf meiner Reise. So waren auf den Perhentian Islands sog. Water Monitor Lizards heimisch. Riesenwarane, die bis zu drei Meter groß werden können und sich scheinbar auf Müllkippen und am Abwasser zu Hause fühlen. (Wir haben ein netter Video von einem Exemplar gemacht, mal sehen ob ich bei Gelegenheit was zusammenstellen kann) Auch die “berühmte” Zibetkatze haben wir gestern Nacht zu Gesicht bekommen. Sie erinnerte mich mehr an einen Waschbär mit guten Kletterkünsten (Wir haben das Vieh beim Entlanghangeln einer Stromleitung beobachten dürfen) aber Won, ein Local hier aus dem Dorf hat uns aufgeklärt. Auch meine erste Schlange habe ich hier gesichtet. Die Hauskatze unserer Guesthouse-Besitzerin hat mit ihr gespielt und ist dabei beinahe draufgegangen (Soll sich um eine giftige Baumschlange gehandelt haben). Mo hätte das sicher keinen Spaß gemacht =)

Unsere nächste Station wird Singapore sein, von wo aus wir uns Richtung Guatemala aufmachen werden. Damit ist meine Asienreise leider schon wieder fast beendet und zugleich auch das wahre Budgetraveln mit spottbilligen Unterkünften, leckeren Fruchtsäften und seeeeehr gutem Essen. Wir dürfen uns wohl auf etwas einseitigere Kost einstellen…

Posted 7 years, 9 months ago.

1 comment

Das war Laos

Nach ein paar letzten exzessiven Tagen in Vang Vieng waren wir beide am Ende froh den Ort zu verlassen. Nicht aber dass es uns nicht gefallen hätte. Das Tubing war ein großer Spaß. An wirklich malerischer Landschaft vorbei dümpelten wir in unseren überdimensionierten Baderingen den Fluss herunter, nachdem wir vorher mit einem TukTuk die drei Kilometer den Fluss hinaufgefahren worden sind. Schon die ersten 30 Flussmeter waren vollgepackt mit kleinen Bambusbars deren übertrieben laute und qualitativ gruselige Musik sich gegenseitig zu übertönen versuchte. An einigen Bars waren waghalsige Holzkonstruktionen zu finden, von denen aus man sich aus ca 10m Höhe an einem Seil schwingend in die Fluten stürzen konnte. (Selbst eine gekachelte Rutsche haben wir entdeckt) Natürlich waren wir vernünftig und haben die meisten der “free whiskey shots” (alias Lao Lao, dem berüchtigten Reischnaps) der vielen Bars ausgeschlagen. Die Tatsache aber dass ich nicht wenige Flussreisende nackt die beschriebene Seilaktion habe begehen sehen, zeigt dass nicht alle in der Lage waren die Alkgeschenke auszuschlagen. Leider haben wir den Tag (mal wieder) zu spät gestartet und mussten die Flussreise schon nach einem von drei Kilometern wegen der einbrechenden Dämmerung abbrechen. Vielleicht auch besser so…

Der ganze Ort war eine seltsame Touri-Enclave mitten in einem Land, indem man eben diese überhaupt nicht erwarten würde. Der billige Alkohol und die überall verfügbaren “Mushroom-Shakes” führten spätestens ab 24.00 Uhr zu äußerst seltsamen Begegnungen mit total fertigen Leuten. Die besten davon auf der äußerst wackeligen Bambusbrücke die Vang Vieng mit der “Partyinsel” auf dem Fluss verband. Mit Worten kann man die ganzen Skurrilitäten nicht beschreiben, aber lustig waren sie alle. Vielleicht komme ich nochmal zurück und dreh nen Film. Wird gut. Das kann ich jetzt schon sagen =)

Neben der Party ist Vang Vieng außerdem mit einer beeindrucken Landschaft gesegnet. Riesige Kalksteinformationen säumen den Fluss der durch die Stadt verläuft. Im Hinterland findet man Dörfer und jede Menge Höhlen inklusive Süßwasserpools zum schwimmen. Trekken, Klettern und Kanufahren sind außerdem im Aktivitätsprogramm der Touranbieter enthalten. Wir haben uns das Geld aber gespart und sind gemeinsam mit Wilhelm und Sonja, mit denen wir den kompletten Laos Trip unternommen haben abgereist. Unsere letzte Destination Vientiane war nicht besonders aufregend. Dreckiger, lauter und vor allem teurer als der Rest ist die Stadt wohl die typische asiatische Hauptstadt.

Zum Abschluss meine Liste der Dinge, die Laos ausmachen:

1. Berge, Hügel, Serpentinen (Bis auf den krass zu heissen Süden)
2. Kinder wohin man blickt (jede Familie schient mindestens fünf zu haben/ und die dann irgendwie nochmal fünf…)
3. Jumbos (Pick-Up Trucks mit zwei parallel ausgerichteten Sitzbänken. Die Kapazitätsbegrenzung von ca 8 Leuten habe ich auch schon verdoppelt gesehen)
4. Baguettes mit fett Majo (besser, günstiger – 0.80€ und vor allem größer als jedes Footlong von Subways)
5. Freundlichkeit (Habe noch in keinem Land mehr “Hallo/Sabbai Dee’s” verteilt bekommen)
6. Mädels die mit Sonnenschirm in der einen und Handys in der andere mit ihren Rollern durch die Gegend fahren
7. “Whitening-Versprechen” auf jedem Kosmetikprodukt. Ne Bodylotion ohne ist leider nicht zu finden. (Zeigt eindeutig, dass die Menschen sich in Fragen Schönheit nicht all zu sehr unterscheiden)
8. Beerlao (Das einzige und nicht besonders gute Bier im Land – Von ein paar Importen abgesehen. Die Brauerei sposnert dabei konsequent jedes Guesthouse- und Restaurantschild. Schaut lustig aus ist jedoch nicht sonderlich abwechslungsreich.

Posted 7 years, 10 months ago.

6 comments

Lao Loa

Vier Stationen liegen bereits wieder zwischen diesem und dem letzten Eintrag. Man muss wohl meine Faulheit und die miese laotische Internetverfügbarkeit dafür verantwortlich machen. Wir sind zuletzt in Vang Vieng gelandet. Einem kleinen Städtchen umgeben von 1200 Meter hohen Kalksteinformationen und einem Fluss, an dem sich die Attraktion dieser Location abspielt. Tubing.

Doch von vorne. Wir haben Chiang Mai am 26.01 Richtung Grenze verlassen. Pünktlich zum Ablauf meines Visums haben wir am nächsten Morgen den Mekong überquert und Laos betreten. Die Unterschiede zwischen Thailand und Laos fielen sofort ins Auge. Werbetafeln und Supermärkte sind verschwunden. Ebenfalls die Horden von Toyotas auf breiten Highways und die gleichförmigen Städte an denen man vorbeifährt. Eine zweispurige Straße habe ich bislang noch nicht einmal gesehen hier (dafür genug Straßen die ihren Namen eigentlich nicht verdienen). Es erinnert mich sehr an Indien, auch wenn der Vergleich natürlich nicht der beste ist. Die Landschaft ist im gesamten Norden geprägt von bewaldeten Bergen (auch wenn die Entwaldung in manchen Gebieten schon sehr weit fortgeschritten ist) zwischen denen sich kleine Siedlungen entlang der Straße befinden. Provinzhauptstädte wie Luang Namtha, welches unser erstes Ziel war, sind dabei nicht viel größer. 30.000 Menschen wohnen hier in einer der größten Städte des Landes. Mehr als zweistöckige Häuser gibt es nicht und selbst auf den Straßen ist kaum Verkehr.

Im Bus haben wir zwei Holländer getroffen, mit denen wir noch jetzt zusammen reisen. Gemeinsam wurden Motobikes ausgeliehen und wir haben die laotischen Dörfer in der Umgebung Luang Namthas erkundet. Strom, Wasser und Satschüsseln sind der einzige Luxus, den man in einem typischen Dorf antreffen wird. Geschlafen wird in einfachen Hütten und alle Tiere laufen mal wieder frei in der Gegend herum, wo sie dann auch meist an Ort und Stelle geschlachtet werden, sollte Bedarf bestehen. Habe ein paar schöne Fotos gemacht =) Am nächsten Tag haben wir uns für einen zweitägigen Dschungeltrekk angemeldet. Zusammen mit drei Koreanerinnen und zwei Israelis sind wir ca. 15km nördlich der Stadt gestartet. Die Landschaft gab den Verlauf unseres Trekks vor. Hoch und runter. Die ganze Zeit. Begonnen wurde in einer der vielen Rubberplantations, für welche der Wald hier in vielen Gebieten Platz machen muss. Unser Ziel war ein Wasserfall im Dschungel, den wir am Nachmittag erreichten. Wir verbrachten die Nacht in einer Hütte direkt am Wasser, ermüdet vom Lauf und zu viel Lao Lao (50% Reisschnaps den man hier für einen Euro den Liter bekommt). Sind in der Nacht nochmal an den Wasserfall gegangen und haben den Dschungel im schönsten Mondschein mit ganz vielen Glühwürmchen betrachten können. Das Essen wurde stilecht von Bananenblättern mit den Händen verköstigt. Im Gegensatz zu Thailand essen die Laoten sog. Stickyrice, den man zu kleinen Bällchen rollt und zu Suppen und warmem Gemüse isst.

Unsere Nächste Station war Luang Prabang, eine malerische Stadt am Mekong der man ihre französische Kolonialgeschichte noch sehr schön ansehen konnte. Überall befanden sich kleine Häuser mit Fensterläden und hölzernen Balkonen von denen man auf den Fluss blicken konnte. Auch europäische Baguettes konnten man überall für wenig Geld kaufen. (Es geht nichts über ein Tuna-Egg-Sandwich mit viiiiiel Majo) Motobikes waren hier leider unbezahlbar (17$ statt fünf, wie ÜBERALL sonst. Kein Plan warum) so dass wir uns mit TukkTukks fortbewegen mussten. Das Highlight war der Besuch mehrerer großer Wasserfälle, die perfekte natürliche Swimmingpools über mehrere Stufen bildeten. Das Wasser war zwar saukalt, aber durch den sandigen Boden türkisgrün. Man kann die Szenerie nur schwer beschreiben. Man stelle sich aber die perfekte Wasserfalllandschaft vor, die sich über mehrere hundert Meter Länge und 40 Meter Höhe erstreckt. (So im Centerparks-Stile, nur natürlich und wesentlich kälter) Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei…

Nun sind wir wie gesagt in Vang Vieng. Die Stadt hat nicht viel vom übrigen Laos und wirkt eher wie eine künstliche Welt, die nicht so Recht ins Gesamtbild passen will (Erinnert mich an Goa/Indien). Alles hier ist auf die Bedürfnisse westlicher Backpacker ausgerichtet, die billig trinken und Party machen wollen. Unser Besuch der “Bucket-Bar”, in der Wiskey-Cola und Konsorten in kleinen Eimerchen (die Teile ausm Sandkasten) für unter einen Euro serviert werden, machte das überdeutlich. Mehr oder weniger miese Technomusik aus übergroßen Boxen beschallt eine Menge betrunkener twentysomethings. Das macht tierisch Spaß (den man am nächsten Morgen schwer bereut) hat aber nicht mehr viel mit dem Land zu tun, in der die Party stattfindet. Für ein paar Tage ist die Sache aber Ok.

Die Krönung des ganzen ist neben den unzähligen Bars, in denen alle Staffeln der Serie “Friends” im Endlosmodus vor bekifften Backpackern ablaufen das Tubing. Hier lässt man sich im Schlauch eines großen Traktorreifens langsam den Fluss heruntertreiben und hält alle paar hundert Meter an einer der vielen Bars am Ufer an und trinkt die schon erwähten Buckets, bevor es auf gleicher Weise weiter den Fluss herunter geht. Noch haben wir all das nicht ausprobiert, aber es soll wohl Spaß machen.

Den heutigen Tag verbringen wir verkatert in einer Bar und schauen DVDs. Auch nicht schlecht und bei der Hitze draußen fast die einzige Alternative. Wir hoffe euch allen geht es gut (hiermit gute Besserung an Dagmar) und der Winter verlässt euch langsam. Wir haben noch knapp vier Wochen in SOA bevor es Richtung Osten geht. Wir werden sie genießen, das ist mal sicher =) Dicker Schmatzer von mir (Anne)

Posted 7 years, 10 months ago.

9 comments

Von Tigern und Schlangen

Wir sind in Chiang Mai und schon wieder auf dem Sprung. Die nächste Station wird Laos sein, das ich leider bei meiner Kambodia-Reise auslassen musste. Statt dem Süden mit seinen „Four Thousand Islands” Werden wir uns nun den gebirgigen Norden ansehen und hoffentlich unsere Trekkingtour nachholen, zu der wir bislang hier noch nicht gekommen sind. Bangkok haben wir uns bei meinem nunmehr vierten Besuch auch ein wenig näher angeschaut. Wahrscheinlich müssen wir aber nochmals in dieses dreckige Moloch zurück. Unsere jetzige Station ist demgegenüber wesentlich angenehmer und kann fast schon mit dem thailändischen Inselalltag mithalten.

Chiang Mai erinnert mich mit seinen kleinen Soi´s und den niedrigen Gebäuden stark an Phnom Penh. Auch hier merkt man der Stadt die über eine Milion Einwohner nicht an. Der Verkehr ist (für asiatische Verhältnisse) gemäßigt und auch für die Anne mit ihrer noch recht geringen Motobike-Erfahrung gut zu bewältigen. (Keine Angst Mom, wir fahren immer defensiv und nie über 80 =) Viele kleine Restaurants, Tempel und Juiceshops prägen das Bild des alten Stadtkerns und auch das Wetter ist äußerst angenehm.

Die Thesis ist heute Abend fertig geworden, hat aber nochmals volle drei Tage in Anspruch genommen. Geschrieben, verbessert und letzte Korrekturen eingefügt (Danke nochmal an Hendrik, Carsten und Mama) wurde dabei in drei verschiedenen Guesthouses. Zuerst haben wir uns in Julies Guesthouse einquartiert. Den Tipp bekamen wir von Saskia, die hier letztes Jahr auch schon ein paar Nächte verbracht hat. Zum Glück hatten wir schon am Abend zuvor aus ein Zimmer reserviert, denn die Location scheint DER Backpacker-Anlaufpunkt schlechthin zu sein. Der kleine Vorhof war dementsprechend immer gut gefüllt mit Reisender jeder Nationalität (Deutsche und Engländer waren wie bislang überall in Thailad in der Überzahl). Trotz des übertriebenen Trekkingangebots haben wir die ersten Tage nicht viel gemacht. Zum einen musste die Thesis fertiggestellt werden, zum anderen behagten mir die beworbenen Touren nicht sonderlich. In wahlweise ein bis drei Tage wurden Elefantenritt, Bamboo-Wildwasserrafting, Mountenbiking und der Besuch von mindestens drei Wasserfällen und verschiedenen “Hilltribes” gepackt, wobei mindestens 10-15 Leute zugleich abgehandelt werden. Ich hoffe wir finden in Laos weniger tourimäßige Angebote…
Den Samstag haben wir uns “freigenommen” (Ich weiß dass die Formulierung nicht ganz passend ist) und haben uns Motobikes ausgeliehen, um die Umgebung zu erkunden. Etwa 20km nördlich der Stadt fanden wir eine paar wenige typische Touriattraktionen. Auf ca. 5km Straße waren Tigerpark, Elefanten- und Schlangenshow, Butterfly- und Orchidfarm, Shootingrange, Bungeejumping, Paintballpark sowie 10(!) Wasserfälle zu besichtigen. Diese Attraktionsdichte habe ich bislang noch nirgendwo bestaunen dürfen. An diesem Beispiel wird der Entwicklungsstand von Thailands Tourismusbranche überdeutlich. Kambodscha und Indien wirken dagegen wie Anfänger beim Spiel ums Tourigeld.

Wir entschieden uns für den Tigerpark, der seine sechs Euro jedoch wert war. Habe ich in Indien den einen Tiger nur von weitem auf einem Elefant sitzend betrachten dürfen, hieß es jetzt gleich mehrere Examplare zu streicheln und zu kuscheln. Außerdem auf dem Programm standen die Wasserfälle und die Orchideenfarm. (Bilder hat es unten ein paar).

Morgen geht es zur Grenzstadt Chiang Kong, von wo aus wir übermorgen über den Mekong nach Laos übersetzen werden. Ich bin auf die Unterschiede zu Thailand und Kambodscha gespannt und werde hoffentlich bald ein wenig zu berichten haben

Posted 7 years, 10 months ago.

4 comments

Inselalltag

Wir sind noch immer auf Koh Chang am Golf von Thailand. Noch immer im gleichen kleinen Bungalow mit den gleichen Bettbezügen und dem selben Gecko als Mitbewohner. Solange die Anne für ihre Thesis und ich für die von ihr übertragende Übersetzungsaufgabe brauche, wird sich daran auch nicht viel ändern. Auch unser Alltag befindet sich nicht gerade in einem Zustand ständigen Wandels: Wir stehen spät auf, gehen lecker und ausgedehnt frühstücken (Eier, Toast und Früchte mit Kokosnussmilch. Gerne aber auch mal ein Müsli) und setzen uns dann meist nach einem kurzen Besuch im nahen „Supermärktchen“ oder dem Strand in unsere Hängematten und arbeiten. So weit man das bei der hier vorherrschenden Atmosphäre so bezeichnen kann. Das Wetter ist angenehm, das Internet schnell und das Essen billig. Hier halte ich es auch ohne Probleme länger aus. Meine Musiksammlung wird zurzeit täglich erweitert und auf meinen Ipod übertragen und auch eine detailierte Verfolgung des heimischen Geschehens in Politik und Co. Wird mir hier mal wieder möglich. Ich fühle mich beinahe wieder daheim. Nur die höhere Bandbreite und meinen Monitor vermisse ich…

Wir haben uns noch eine weitere Woche Zeit gegeben für die Thesis (ohne uns zu sehr stressen zu wollen, versteht sich) und schmieden für die Zeit danach bereits an Plänen. Wahrscheinlich werden wir unsere Asienzeit ein wenig verlängern, um der Thesisunterbrechung hier Rechnung zu tragen. Die sonst verbleibenden zwei Wochen sind uns zu wenig, um Thailand und auch Malaysia zu bereisen, so werden wir wohl einen Monat hier dranhängen und dafür unsere – sowieso schon reichliche – Zeit in Südamerika verkürzen. Leider bedeutet dies, alle weiteren Flüge, die wir bereits gebucht hatten, ändern zu lassen. Wir werden sehen, wie teuer uns das zu stehen kommt.

Untenstehend noch die ausstehenden Bilder aus Bali und der bisherigen Geschehnisse.

Posted 7 years, 11 months ago.

2 comments

Das war Bali (Sehr gut und ein bisschen doof)

Eigentlich muss hier gar kein grosser Text mehr rein, denn der Titel sagt bereits alles. Ich hatte sehr gute zwei Wochen auf Bali und Lombok mit der Tami, in denen wir uns (meistens) gut verstanden haben und unsere Zeit mit (meistens) sehr abwechslungsreichen Aktivitaeten fuellen durften.

Nach unserer Rueckkehr von Gili Meno haben wir uns erst einmal an die Schwuele in Bali gewoehnen muessen, was  zwei sehr verschimmelten Tagen vor dem Fernseher bedeuteten. Wenn man schonmal ein Haus mit Klimaanlage bekommt, fuer das man nichts zu zahlen hat, sollte man das auch ausnutzen. Leider langweilt einen auch die haerteste Entspannungsphase und wir haben uns am 24.12. dazu entschlossen unsere Inselrundfahrt anzutreten. Ubud, ein kleines Staedtchen weiter im Landesinneren war unser erstes Ziel fuer uns und unsere kleinen Mopeds, die wir am Tag vorher ausgeliehen hatten. Bei einem leckeren Abendessen und zu viel, zu teurem Wein (alleine fuer den haben wir knapp 40$ ausgegeben oO) haben wir den Heiligen Abend bei einem Japaner verbracht und die Zeit dafuer genutzt alle moeglichen Leuten ueber Skype anzurufen, um Weihnachtsgruesse zu uebermitteln.

Der naechste Tag hat uns in die Berge, noch weiter im Norden gefuehrt. Der Regen war hier Stammgast und auch die Temperaturen entsprechend kuehler. Leider hatte mich am Abend zuvor eine Erkaeltung (oder was auch immer, habe bis heute nicht heraus, was mich geplagt hat und immer noch nervt) erwischt und ich habe den Tag im Bett verbracht, waehrend Tami sich eine riessige Tempelzeremonie in der Naehe unseres Hotels angesehen hat. Die Hauptaktivitaet in der Gegend war die Besteigung eines kleinen Vulkans (ca. 1600m), die wir leider ob meines bescheidenen Zustandes nicht antreten konnten. Einzig die warmen Quellen, um die herum ein kleines Bad errichtet worden war, haben wir uns am naechsten Tag angetan. (In 45 Grad warmen Wasser zu liegen, waehrend ueber dir der Regen runterkommt, ist schon was tolles)

Tag drei hat uns nach Lovina, an der Nordküste Balis gefuehrt, einer Ansammlung von Toursitenhotels und -restaurants. Seine Existenzberechtigung hat der Ort einzig den Delphinen vor der Kueste zu verdanken, deren morgentlichen Fruehsport man sich in einem kleinen Bott sitzend anschauen kann. Auch wir haben diesem Spektakel um fuenf Uhr morgens beigewohnt. Spektakel aber nicht wegen der paar Delphine, die man meist hundert Meter entfernt fuer Milisekunden aus dem Wasser springen sieht, sondern vielmehr wegen der ungelogen ca. 60 Booten, die mit uns auf Delphin”jagt” gingen. Die meisten Boote waren mit gelben, pinken oder blauen Japanern (gemeint sind die farbenfrohen Schwimmwesten) jeglichen Alters gefuellt und das Zusammenspiel dieser Boote mit dem lieblichen Sonnenaufgang vor der Kueste Balis war der eigentliche Hoehpunkt des Dolphinwatchings. Die Szenerie war vergleichbar mit einem Spiel der F-Jugend des VFR Wiesbaden: Ein Ball (Delphine) und zwei Mannschaften (60 Boote), die die Spielzeit damit verbringen, in voller Mannschaftsstaerke ersterem hinterherzulaufen. Ich habe ein paar Bilder gemacht, bin aber zu faul, um sie hochzuladen und zu bearbeiten. Vielleicht speater mal =)

Der gestrige Tag war dann leider weniger angenehm. Um den schlechten Dingen weniger Raum zu geben, hier die Kurzfassung: Ich=immer noch krank und leicht fiebrig (ausserdem wesentlich zu muede, wegen dem viel zu frueh angelegten Japwatching), Tami=total bewegungsunfaehig, weil Ruecken verrengt oder sonst was, Unsere Wohnung im Sueden= 120km entfernt (und die Tami mit ihrem Ruecken nicht in der Lage mit dem Roller zu fahren). Also haben wir improvisiert und drei Balineser (oder so) gefgunden. Zwei haben unsere Roller runter gefahren, ein dritter uns selbst. Mit dem entsprechenden Kleingeld ist hier alles moeglich. Leider war damit unsere Odyssee noch nicht beendet, da der Schluessel unserer Wohnung nicht dort anzufinden war, wo wir ihn hinterlassen hatten. (Zu lange die Geschichte, um sie hier wiederzugeben) Also durften wir uns zu spaeter Stunde noch auf die Suche nach einem Hotel machen, was wir dann um zwoelf auch gefunden hatten um endlich ein wenig Schlaf zu bekommen.

Jetzt sind wir wieder “daheim”. Ich fuehle mich immer noch kaputt und die Tami liegt mehr oder weniger bewegungsunfaehig im Bett und wartet auf ne Mail von einem Freund, der ihr einen Rueckenspezialisten auf Bali nennen soll. Alles nicht so gut. Aber wir warten ab, was der morgige Tag bringt. Fuer mich mal wieder eine Reise nach Bangkok, wo ich eeendlich meine Suesse wiedersehen darf. Fuer die Tami hoffentlich einen guten Arzt.

Danke fuer die Aufmerksamkeit =) (Unterstehend noch ein kleines Video von unserem Inseltrip. Enjoy!)

Posted 7 years, 11 months ago.

2 comments

Auf Gili Meno

Nach drei Tagen auf Bali, in denen die Tami versucht hat ihre nette Lebensmittelvergiftung auszukurieren und wir uns mit Massagen (1h fuer drei Euro), sehr gutem Essen, englischen Filmen und ein paar Strandbesuchen den Tag verkuerzt haben, sind wir jetzt auf Gili Meno, einer sehr kleinen aber feinen Insel vor Lombok. Das einzige Transportmittel hier ist eine Pferde- oder besser Ponnykutsche, die die Insel in ca 15minuten zu umrunden weiss. Wir leben gut und fast schon luxurioes vor tuerkisfarbenem Meer. Das Riff, das die halbe Insel umgibt, ist fantastisch und mit Schnorchel und Tauscherbrille kann man Riessenschildkroeten, Korallen und verschiedenste Fische begutachten. Das alles bei ca. 3m Wassertiefe und guter Sicht. (We will do the same together somewhere honey +)

Weihnachten rueckt immer naeher und meine “Weihnachtsstimung” war noch nie auf einem geringeren Level. Selbst im August fuehle ich mich mehr nach Gluehwein und Lebkuchen. Es wird ein seltsamer Tag werden, das weiss ich jetzt schon und wahrscheinlich genauso vergehen, wie jeder andere auch. Strange…

Leider habe ich vertgessen meine Kamera aufzuladen bevor ich hergekommern bin, weshalb es leider keine Bilder geben wird. Vielleicht stellt die Tami ein paar auf Facebook bei Gelegenheit. (Man muss sich nur erst aus seiner traegen Faulheit befreien, um die Energie fuer den Druck auf den Ausloeser aufzubringen =) Uebermorgen werden wir nach Bali zurueckkehren, wo wir gluecklicherweise bei einem Bekannten wohnen, der sich gerade nach Australien aufgemacht hat fuer drei Monate. Das bedeutet Fernseher, eigenes Bad und Klima im Haus fuer lau. Billiger kann man nicht wohnen. Ich hoffe euch allen geht es gut und ihr geniesst die Weihnachtszeit mit dem stressigen Geschenkekauf in ueberfuellten Einkaufspassagen und dem ueberschwaenglich erwarteten Verwandtenhopping ueber die Feiertage.

Posted 7 years, 12 months ago.

2 comments

Die letzten Tage in Kambodia

Gemacht hab ich nicht viel ausser lecker zu essen und nochmal den Markt zu besuchen. (Alle Geschenke fuer die Anne besorgt :)

Zeit fuer ein kurzes Resumee. Typisch Kambodia ist:

1. Busfahrten mit Karaokevideos in voller Lautstaerke (Nach 10h nervt das)

2. Maenner, die sich die Haare, die aus ihren Warzen im Gesicht wachsen, stehen lassen.  (Die laengsten vier Haerchen waren gut 6cm lang oO)

3. Highway Raststaetten, in denen Koerbe voller frittierter Taranteln verkauft werden.

4. Restaurants in der Hauptstadt, an denen Elefanten vorbeilaufen, wie in Indien die Kuehe.

5. Kleine Laeden an der Strassenecke, die selbst Paps Mp3 Collection alt aussehen lassen. (50Cent pro Album war mir aber einfach zu teuer und ausserdem kaufe ich keine Warez oO)

6. Eiskaffee mit “Sweetmilk”

7. Toyotas (Ausser ein paar Lexus habe ich kein Auto gesehen, was nicht von den Japanern gebaut wurde)

8. Angkor Wat (Der Tempel ist DAS Wahrzeichen des Landes. Es gibt Angkor Bier, Angkor Hotels, Zigaretten, Versicherungen… Und auf der Landesflagge ist er natuerlich auch zu sehen)

9. Mototaxis, auf die  man sich einfach hinten drauf setzt und hofft, heil an sein Ziel zu kommen (Es gibt zwar eine Helmpflicht in Kambodscha, aber die gilt nur fuer den Fahrer. Warum auch immer. Sinnlos irgendwie)

10. Volleyballtourniere um Geld. Funktioniert dann so, dass man Eintritt fuer das Spiel bezahlt und dann im Team versucht die Gegner zu besiegen, um diesen dann ihren Einsatz abzunehmen. (Mir wurde schon gesagt, dass ich nicht mitspielen duerfte, weil ich zu gross sei. Scheiss Angsthasen. Ich kann nicht mal Volleyball spielen…)

Posted 7 years, 12 months ago.

7 comments

Vier Tage Reis

Morgens, mittags und abends nochmal. Der gleiche Ablauf drei Tage lang. Mein Appetit auf Reis ist erstmal gestillt. Leider ein größeres Problem hier  in Asien, wo es nur mit Aufwand unjd erheblichen Mehrkosten möglich ist, etwas anderes zum Essen zu finden.

Der Grund für meine Reiskur war ein viertägiger Aufenthalt in einem kleinen laotischen Dorf, ca. 40km von Banlung, der Provinzhaupt“stadt“, entfernt. Ein kurzer Auszug aus meinem Reistagebuch, als die ersten Erfahrungen noch frisch waren:

„Ich bin dort wo ich sein wollte, ohne vorher zu wissen, wo ich hin gehen will. Die nächste asphaltierte Straße ist ca. 50km entfernt. Die nächste Stromleitung und fließendes Wasser ca. 7km. Mitten im kambodschanischen Wald bin ich jetzt bei einer kleinen Familie mit Clara, einer französischen Grundschullehrerin und zwei Guides aus Banlung, beide ungefähr in meinem Alter. Sona, der ältere der beiden heiratet in zwei Wochen die jüngste Tochter des Familienoberhaupts und ist spontan zu uns gestoßen, als Jemmy, der immer lächelnde Junge, der mich hierhergeführt hat, ihm von unserem Trip erzählt hat. Die Szenerie hier ist unwirklich und das auf höchstem mir bekanntem Niveau. Die Siedlung beherbergt 50 Familien (in Köpfen wird hier nicht gezählt) und liegt mitten im Nichts, ca. 7km vom Fluss entfernt, den wir bei unserer Hinreise mit einem klapprigen Longtail-Boot überqueren mussten“

Die sieben Kilometer mussten wir beide Male laufen. Der Hinweg war jedoch um einiges beschwerlicher, da ich die Hälfte unseres Proviants für vier Tage in einem alten Reissack auf dem Rücken hatte und damit durch Bäche und schlammige Furchen laufen durfte.

„Wie die Menschen hier leben hat jedoch nichts von den mir aus Deutschland bekannten Dorfstrukturen. Vielmehr sind die auf zwei Meter langen Holzpflöcken gebauten Hütten scheinbar willkürlich in der Landschaft verteilt. Einige entlang den sandigen Trampelpfaden, die unzählig den Wald durchkreuzen, die meisten jedoch an einer Art Lichtung, die sich, folgt man ihren Ausläufern, in Reisfeldern, kleine Fischtümpeln und dem nahen Dschungel verläuft. Die Grundstücksgrößen variieren  von ca. 10m x 10m bis hin zu weitläufigen Arealen, die auf den ersten Blick wie wildes Waldland aussehen. Die meisten Hütten bestehen aus Holz, einige aus simplem Bambus und nur wenige haben Wellblechdächer. In den Hütten wird geschlafen. In der Regel auf dem Boden oder auf dünnen, selbstgebauten Bambusmatten. Privatsphäre scheint, so weit ich das beurteilen kann, Mangelware zu sein. Wir zumindest schliefen gestern zusammen mit der ganzen Familie in einem Raum. Gelebt wird unter der Hütte. Hängematten, einfache Sitzbänke und eine rechteckige, leicht erhöhte Plattform, auf der gegessen wir, stellen den Wohnbereich der Menschen dar. Strom und fließendes Wasser sind nicht vorhanden. Eine Autobatterie, eine Taschenlampe und unscheinbarer, aber verdammt gefährlicher, weil tiefer und ungesicherter Brunnen sind die Alternativen. Geduscht wird vor aller Augen mit Wasser aus dem Brunnen. Für Clara kein einfaches Unterfangen, da sie sich als Frau beim Waschen komplett bedecken muss. Etwas was Europäer schlicht nicht gewohnt sind.“

Während wir den ersten Tag dazu genutzt haben das Dorf zu erkunden und ein paar Fotos zu machen, sind wir am nächsten Tag zu einer kleinen Dschungelsafari aufgebrochen. Mit Proviant für den Tag ging es insgesamt 18km durch den Busch, wo uns unser Guide zu einem abgelegenen Wasserfall mitten im tiefsten Dickicht geführt hat. Auf halbem Weg haben wir ein paar Fischer aus dem Dorf getroffen, die mit einigen Dutzend Wasserschlangen aus den unzähligen Bächen des Dschungels auf dem Heimweg waren. Unser Guide hat bei der Gelegenheit gleich ein paar für unser Abendessen gekauft. Neben den gegrillten Schlangen (auf Reis -_-) war die Schlachtung einer der Hausenten der kulinarische Höhepunkt des Trips. Anstatt die Brust vorsichtig vom Fleisch zu trennen und mit etwas Gewürz anzubraten, wurde die komplette Ente mit einem groben Beil in Stücke gehackt  (Beine und Kopf inklusive) und zu einer Suppe verarbeiten, die dann schön mit Reis serviert wurde. Zum Glück fand unser Essen immer bei Kerzenlicht statt und man sah nie genau, was man sich auf den Teller holte…

Ich bin jetzt schon wieder in Phnom Penh und haben mir nach meiner zehnstündigen (oO) Busfahrt hier ein schönes Zimmer mit warmer Dusche und TV genommen und lasse den Abend jetzt mit Burger und Pommer auf typisch westliche Art ausklingen. Vielleicht gönne ich mir morgen zum Frühstück wieder etwas Reis…

Posted 8 years ago.

2 comments